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|     Ausgabe 11/04

Es geht auch für die Hälfte

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<br>Regisseur Volker Schlöndorff liefert mit seinem Kinofilm »Der neunteTag«, der am 11.11. bei uns startet,&nbsp; ein engagiertes Plädoyer fürZivilcourage. Romain Geib zeigt, wie dem Regisseur und seinemKameramann&nbsp; Tomas Erhart (bvk) mit magerem Budget ein Stückradikales Kino mit eigenem Stil gelungen ist, bei dem Inhalt undSchauspielleistungen - auf den Punkt gebracht - im Vordergrund stehen.

Es geht auch für die Hälfte<br>

Es geht auch für die Hälfte


»Ich glaube, in 2000 Jahren wird man noch Filme über die Nazizeitmachen. Je weiter die damaligen Ereignisse zurückliegen, umso mehrsieht man, welche Ungeheuerlichkeit es war, was in diesen 12 Jahrenpassiert ist,« erklärte Regisseur Volker Schlöndorff bei denDreharbeiten seines neuen Films »Der neunte Tag« in Luxemburg einemReporter auf die Frage, warum er sich als politischer Regisseur geradeheute diesem Thema wieder widme. Und außerdem handele es sich in ersterLinie um ein Drama zwischen Menschen, genauer, zwischen Individuen undihrer verantwortlichen Haltung gegenüber ihren Mitmenschen, Stichwort:Zivilcourage. Hakenkreuzfahnen und Uniformen suche der Zuschauer imFilm vergeblich!..
... Noch im letzten Moment drohte die Finanzierung des Films trotzBeteiligungen des Bayerischen Rundfunks, der Telepool und Förderungendes FFF-Bayern und des Filmboards Berlin-Brandenburg zu scheitern. Dazulehnte auch noch die FFA die Förderung ab, weil sie SchlöndorffsBesetzungsidee, den jungen August Diehl als Gestapo-Chef und KremersGegenpart einzusetzen, nicht nachvollziehen konnte. Nicht zuletzt durchdie Erfolge von Roman Polanskis »Der Pianist«, aber auch des eigenen»Luther«-Films angespornt, gab Provobis-Produzent Jürgen Haase trotzsiebenjährigen vergeblichen Bemühungen das Projekt nicht auf. Schließlich machte Schlöndorff seinem Produzenten das Angebot, den Filmmit der vorhandenen äußerst schmalen Finanzierung, und damit für dieHälfte des ursprünglich angesetzten Budgets, zu realisieren. Daserlaubte gerade mal 24 Drehtage - wie bei einem TV-»Tatort«, und wardann auch der Auslöser für die radikale Machart des Films.


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