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Technologie und Medienrealisation in Film und Video





SOLOTHURNER FILMTAGE 2009 | FESTIVALBERICHT    Ausgabe 03/09

Was wahrlich wiegt

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Die schweizerische Filmfamilie – oft zerstritten wie viele Familien – trifft sich jährlich an der Aare. Entscheidend sind die Werke und der Publikumszuspruch (bloß vier Prozent im Jahr 2008). Trick- und Dokumentarfilm sind die schönsten Gattungen – und erreichen die Zuschauer nur schwer. Schade – findet Philippe Dériaz.

Was wahrlich wiegt

Was wahrlich wiegt

Die Stimmung knisterte gereizt. Der Aufstand drohte: Aufstand der Branche gegen den Chef der Sektion Film im Bundesamt für Kultur. Müßig, die verschiedenen Anschuldigungen und Vorwürfe aufzuzählen, denn Jean-Frédéric Jauslin, Direktor des besagten Amtes, rief zu Frieden, Vernunft und Dialog – und hatte wohl im Voraus Nicolas Bideau zur Mäßigung ermahnt. Das wirkte, der gute Wille zur Zusammenarbeit scheint wieder vorhanden. Beide Parteien sind ohnehin aufeinander angewiesen: keine Kultur ohne Förderung, sowie keine Kultur ohne Macher.
Der nächste Reibungspunkt war der Schweizer Filmpreis, der bei einer »glamourösen« Fernsehgala Anfang März in Luzern verliehen wurde. In Solothurn wurden die in letzter Runde Auserwählten bekannt gegeben – und es wurden Solothurner Preise vergeben. Der ganz neue »Prix de Soleure«, der ein Kino der Inhalte gegen ein Kino des Glimmers stärken will, ging an »No more smoke signals« von Fanny Bräuning (s. PP 10/08, Locarno), der Publikumspreis an »Maman est chez le coiffeur« von der in Québec lebenden Schweizerin Léa Pool. Hiermit wird deutlich, was wahrlich wiegt in der schweizerischen Kinematografie: der Dokumentarfilm und die Zusammenarbeit mit dem Ausland.


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