Ausgabe 11-12/1152er Jungbrunnen mit F3
Zur Zeit stellt die Martens Film und Fernsehproduktion den ersten Kinofilm her, der mit einer Sony PMW-F3 gedreht wurde. Ruodlieb Neubauer sprach mit DoP Florian Foest bvk.
Ursprünglich sollte »Bis zum Horizont, dann links!« auf der Alexa gedreht werden. Doch Koproduktionspartner CinePlus hatte bis zum Dezember 2010 noch keine eigene zur Verfügung. Eine Sony PMW-F3 sollte DoP Florian Foest bvk rechtzeitig ausprobieren können: »Zudem realisierte ich damals, dass zumindest die normale Alexa samt komplettem Zubehör für diese Umgebung relativ groß gewesen wäre – immerhin spielt etwa die Hälfte des Filmes in der Ju 52. In der wird es für einen Dreh mit dreizehn Personen schon unglaublich eng.«
Dreizehn Personen in einer Ju 52? Zehn Senioren brechen aus der Norm ihres Alltags im Altersheim in Brandenburg aus und veranlassen – unter Zuhilfenahme einer Pistole – während eines Rundfluges mit einer Ju 52 eine kleine Kursänderung: zusammen mit Krankenschwester und Betreuerin Anna Maria Mühe und den beiden Piloten Tilo Prückner und Robert Stadlober geht es über Wien nach Griechenland an den Ort ihrer Sehnsucht – das Mittelmeer.
Die Hauptanforderung war also gewesen, dass die Kamera kompakt sein musste, um sowohl die erste als auch die letzte Passagier-Reihe sinnvoll im Film mitspielen lassen zu können. »Regisseur Bernd Böhlich scheut statische Bilder und will eigentlich immer eine bewegte Kamera haben. Ich hatte auch über die Red Epic nachgedacht, weil die je nach den verwendeten Modulen in die Breite gebaut werden kann. Aber da man damals noch kein Exemplar zum Testen bekommen konnte, war mir das – in Erinnerung an die Anfänge der Red One – dann doch zu heikel. Tatsächlich gab es mit der F3 dann auch kaum technische Probleme.«
Florian Foest hatte gehofft, dass die Qualität der internen Aufzeichnung der F3 für die Produktion ausreichen würde, da die Kamera dann um einiges handlicher gewesen wäre. Man sah sich bei CinePlus auf einer guten Leinwand im Splitscreen-Verfahren Material in 35 Mbit und die 180-Mbit-i-Frame-Variante in 4:2:2 vom Nanoflash an. Der Unterschied war laut Foest deutlich. »Der war es mir wert, dass wir auf den Nanoflash gingen.«
Die Sony F3 wurde möglichst kurz aufgebaut – der Nanoflash kam auf die eine Seite, der Akku auf die andere. Laut Florian Foest waren das z.T. abenteuerliche Konstruktionen, die jedoch relativ gut hielten. »Das einzig wirklich Unangenehme war der Original-Sucher, der so nicht zu gebrauchen ist. Und zumindest auf der Schulter kann der ausklappbare Monitor ebenfalls nicht eingesetzt werden.«
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