Ausgabe 01-02/12Vom Bestseller zum Sonntagsfilm
Mark von Seydlitz und Christoph Cico Nicolaisen haben Dora Heldts »Kein Wort zu Papa« verfilmt. Die ZDF-Komödie entstand auf 16mm-Material an den (manchmal) sonnigen Stränden Sylts. Sonja M. Schultz sprach mit Regisseur und Kameramann.
Als die Hamburger Buchhändlerin Bärbel Schmidt vor einigen Jahren mit dem Schreiben begann, tat sie das eigentlich nur zu ihrem eigenen Vergnügen. Doch schon ihr Debüt schaffte es auf die Bestsellerlisten. Aus Bärbel Schmidt wurde Dora Heldt – und seit ihrem dritten Roman »Urlaub mit Papa« (2008) ist die Autorin mit dem markanten Pseudonym hierzulande berühmt. Dass diese humorvollen, locker verfassten Familiengeschichten auch im deutschen Fernsehen einen Nerv treffen könnten, ahnte Mark von Seydlitz zur richtigen Zeit. Der Regisseur und Produzent von Made in Munich Movies sicherte sich früh die Rechte an mehreren Stoffen der norddeutschen Schriftstellerin. Während »Urlaub mit Papa« gerade die Bestseller-Charts stürmte, lag das Konzept zur Verfilmung schon bei den Sendern auf dem Tisch. Das ZDF griff zu – und hat es nicht bereut: Rund 5,4Mio. Zuschauer schalteten Ende 2009 zur besten Sendezeit ein. Den Nachfolgefilm »Tante Inge haut ab« sahen Anfang 2011 bereits 7,5Mio. Beste Voraussetzungen für »Kein Wort zu Papa«, dessen Ausstrahlung für Ende Januar 2012 geplant ist.
Lambert Hamel gibt dabei zum dritten Mal den eigenwilligen Papa Heinz. Der Charakterdarsteller mit der massigen Körperpräsenz und reichlich Spielerfahrung war von Anfang an Wunschkandidat für Mark von Seydlitz. Um dieses prägnante Zentrum herum drehen sich die Verwicklungen, mit denen die ungleichen Schwestern Christine (Susanne Gärtner) und Ines (Ann-Sophie Briest) zu kämpfen haben. Die beiden müssen vorübergehend die Leitung einer Pension auf Norderney übernehmen, ohne vom Ferienbetrieb eine Ahnung zu haben. Papa glaubt indes, sehr bald einer tödlichen Krankheit zu erliegen und will noch einmal alle seine Lieben um sich scharen. Hinzu kommen einige romantische Verwicklungen, Spannungsmomente und prominente Kurzauftritte. Alexander Held spielt einen schwulen Gewerbeaufsichtsbeamten, Helmut Markwort wird zum Apotheker, und Désirée Nick verliert ihr Dschungelcamp-Image auf Norderney. Beziehungsweise Sylt, denn dort entstand der Hauptteil des Films.
»Wir haben uns Norderney mehrmals angeschaut, und ich hätte gerne da gedreht, wo die Geschichte laut Buch auch spielt«, erzählt Mark von Seydlitz. »Aber die Norderneyer Verwaltung war nicht sehr hilfreich. Zum Beispiel hätten wir jeden Nachmittag lange Ruhezeiten einhalten sollen.«
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