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Pay TV | Markt und Medien    Ausgabe 03/12

Pay-TV: mehr Eigenproduktionen

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Die Zahl der Pay-TV-Sender explodiert. Auch wenn bislang nur eine Minderheit des Fernsehpublikums diese Programme empfangen kann, sehen die Veranstalter große Wachstumspotenziale und gute Geschäftsmöglichkeiten. Wilfried Urbe gibt Beispiele.

 

Viele der über 70 Pay-TV-Sender in Deutschland wurden von den großen amerikanischen Studios gestartet. Während diese von Kritikern früher gerne als Abspielstationen für Hollywoodware betrachtet wurden, setzt zur Zeit eine Art Regionalisierung des Angebots ein – mit einer steigenden Zahl von Eigenproduktionen. ­Gerade hat N­BC Universal verkündet, dass der amerikanische Klatsch- und Promi-Sender E!Entertainment auch deutsche Formate senden wird. Startschuss war die Bambi-Verleihung mit Berichten vom roten Teppich und der Aftershow-Party.

Auch der MGM Channel in Deutschland zeigt ­neben der regulären, landesspezifischen On-Air-Promotion regelmäßig weitere Kurzformate, beispiels­weise die Schauspieler- und Regisseurportraits MGM Masters mit Christoph Waltz, sowie das 10-minütige Kinomagazin MGM Big Screen, das alle zwei Wochen aktuell über neue Filme in den deutschen Kinos berichtet. Aber, so die Geschäftsführerin Christine Brand: »Entsprechend der Positionierung des Senders als ­Hollywood-Spielfilmkanal findet eine Regionalisierung durch Eigenproduktionen nur bedingt statt.«

Bei Disney sind Eigenproduktionen schon immer Bestandteil des Angebots, wie Ralf Gerhardt, Execu­tive Programming Director und Deputy General Manager, bestätigt: »Unsere Sender haben natürlich viel ­Lizenzware aus dem Hause Disney, und unsere Auf­gabe ist es, das mit lokalen Produktionen zu ergänzen.« Eine Steigerung von Eigenproduktionen ist bei den Disney-Sendern auch zu verzeichnen, was aber unter anderem auf die gestiegene Senderanzahl ­zurückzuführen ist: »Wir haben keinen Kindersender gestartet, der nicht auch Eigenproduktionen geboten hätte.« Für Disney XD wurde im Sommer die aufwendige Actionshow »Quad Cup 2« produziert. »Wir realisieren sehr viele große Studioshows. Gerade haben wir eine große Tanzshow in Köln mit Granada produziert, mit 750 Leuten im Publikum.« Auch ein fiktionaler ­Pilot, der in Serie gehen könnte, ist in Vorbereitung. Disney verfügt dabei über einen entscheidenden Vorteil: Der Medienkonzern ist zur Hälfte an Super RTL beteiligt, was die Auswertung im Free-TV erleichtert. Gerhardt betont, dass lokale Eigenproduktionen vom Mutterhaus gewünscht werden. Aber genauso wichtig sei der Netzwerkgedanke, denn Formate, die in Deutschland laufen, gehen auch schon mal zu den europäischen Kollegen: »In London haben wir zudem ­einen Produk­tionsstab. Wir sind sicherlich auch für deutsche Produzenten interessant und haben schon mit vielen Produktionsfirmen zusammengearbeitet.«


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