Ausgabe 06-07/124K – genug kann nie genügen
Wie in jedem Jahr werden auf der NAB neue Rekorde aufgestellt, alte vergessen. Ruodlieb Neubauer berichtet auf 20 Seiten wieder von der Leitmesse der Broadcast-Industrie, auf der man es gewohnt ist, dass die Zukunft manchmal schneller vorbei ist als die Gegenwart.
Zur Zeit wird die Auslesegeschwindigkeit der CMOS-Sensoren kräftig in die Höhe geschraubt. Die ermöglicht einerseits geringere Rolling-Shutter-Probleme, andererseits wird hier ganz nebenbei 1080/50p auf breiter Basis eingeführt. Nebenbei. Denn der Hauptgrund für die höheren Datenkapazitäten ist 4K. Ganz egal wie, die ganze Branche lechzt danach. Die ganze Branche? Nein, ein von unbeugsamen...
Doch ganz so wild ist es noch nicht. Nicht nur bei ARRI sieht man den Gesamtnutzen von 4K noch unter Vorbehalt, auch Grant Petty, seines Zeichens CEO von Blackmagic Design, meinte bei der Vorstellung der neuen Digital Cinema Camera, es sei sinnvoller, mit 2,5K größere Sensorpunkte zu haben und damit mehr Licht einfangen zu können. Wenn man dies dann auf HD herunterrechne, seien die meisten Anwender gut bedient. Bei einem Preis von etwa 3000 US-Dollar für die nackte Kamera nicken die Anwender nur kurz und beginnen dann zu jaulen, dass das Zubehör preislich in keinem Verhältnis stehe. Dazu allerdings mehr im Editorial.
Und S3D? Das war zwar auch noch wichtig, allerdings war nicht mehr jeder Stand damit so weihnachtlich geschmückt wie im Vorjahr. Interessant waren hier auf jeden Fall die Präsentationen von autostereoskopischen Displays bei Dolby und dem japanischen Forschungsinstitut NICT (kurz: National Institute of Information and Communications Technology Research Laboratories). Hier konnte man den Prototypen eines 200“-Displays sehen, das ohne Brillen auskommt. Nun ja, zumindest war es so bezeichnet worden, denn eigentlich handelte es sich um eine Rückprojektion, mit einer Auflösung von 1920 x 1080 Pixel und einer Wiederholrate von 60 Bildern/s – allerdings Unter dem Einsatz von an die 200 Projektoren! Ins Wohnzimmer ist es da noch ein Stück Weges. Immerhin hatte man bei einem Betrachtungsabstand von 5,5 m ein Parallaxen-Intervall von 22,8 mm, und man konnte bis zu einem Blickwinkel von 40° ein recht anständiges S3D sehen. Natürlich verschwamm das Bild an den Übergängen ein wenig, wenn man sich stärker bewegte, und es war nur Computergrafik zu sehen. Martin Scorseses »Hugo Cabret« bei Dolby sah jedenfalls besser aus.
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