Technologie und Medienrealisation in Film und Video




Blauer Ozean – grüne Ostsee 3D | PRODUKTIONSBERICHT    Ausgabe 06-07/12

Unter Wasser in S3D

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5D? Nicht nur rein optisch geht es in die dritte Dimension. Im Kinosaal der Pinkau Interactive Entertainment GmbH spritzt auch Wasser, bläst der Wind, und der Fußboden bewegt sich. Seifenblasen, Duft, Nebel und Lichteffekte verstärken die von der Leinwand kommende Illusion in dem 5D-Erlebniscenter, den Ostsee-Welten in Rostock-Warnemünde. Für den neuesten Film war das Team um Stereo-Kameramann Holger Tauer vier Jahre lang immer wieder in den Weltmeeren und der Ostsee unterwegs, nun kann man im Sommer Bilder von Schweinswalen, Robben und Fischschwärmen in S3D erleben. Hermann Mader hat mit Firmengründer Thomas Pinkau und DoP Holger Tauer über die Produktion gesprochen.

 

 

Die Firma Pinkau produziert bereits seit 20 Jahren ­Filme für Freizeitparks, Museen und Ausstellungen. 1995 begann man mit den ersten Virtual-Reality-Systemen. Damit wurden Promotion-Touren für verschiedene Firmen wie Nissan , Visa oder L'Oreal ausgestattet. Als etwa 2003 die Digitalisierung immer stärker voranschritt, drehte man bei Pinkau die Filme auch in S3D. Kameramann Holger Tauer, der in Berlin Kamera studierte, hatte sich schon länger mit dem Thema ­beschäftigt. 2005 produzierte Thomas Pinkau S3D-­Filme für die Expo-Ausstellung »Oceanis«, 2007/2008 realisierte er, dass sich auch Touristen so etwas gerne ansehen. Das Erlebnis-Center »Ostseewelten« mit S3D-Kino in Rostock-Warnemünde war die logische Folge. »2008 kam dann auch im Kino das Thema S3D auf. Wir sind da praktisch hineingerutscht«, meint ­Thomas Pinkau. Pinkau Entertainment besitzt ein Swiss Rig, hat aber auch eigene Rigs gebaut.

Maritime Filme machen natürlich nur Sinn, wenn man auch unter Wasser dreht. Die Firma hat ihren Sitz direkt am Leuchtturm in Warnemünde. »Da haben wir den direkten Zugang zum Meer, hier gibt es jede Menge Taucher – so lag es nahe, den Bereich der Unterwasserproduktionen in den Fokus zu nehmen«, erzählt Thomas Pinkau. Und da es praktisch keine Unterwasser-Gehäuse für S3D-Rigs gibt, hat man selbst welche gebaut.

Allein das Meer vor der Haustüre in Warnemünde ist nicht so recht der Traum der Tauchfilmer. »Wenn man vom Mittelmeer in die Ostsee kommt, ist man vom Licht her doch stark verwöhnt. In der Ostsee ist das Wasser eher trüb, die Bilder werden grünlich, es gibt zumindest in der Hauptsaison viele Algen. Im Frühjahr und Herbst wird es ein wenig besser. Da hier Brackwasser, also ein Gemisch aus Salz- und Süßwasser, in der Nähe der Strände vorherrscht, hat man auch meist Fische, die weniger in kräftigen Farben schillern – eher in kontemplativem Grau. Zudem sind sie relativ klein und sehr scheu. Und selten. Also eigentlich alles, was man für einen Film eher nicht braucht«, wie Thomas Pinkau meint. »Wenn man hingegen ins Rote Meer springt, schwimmen unendlich viele Fische auf die Kamera zu, man hat gute Sichtweiten«. Und wenn man nicht tiefer als um die 10 m geht, könne man auch mit ein paar kleineren Scheinwerfern zurecht kommen.


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