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Sennheiser Digital 6000 Launch | Eventbericht    Ausgabe 04-05/17

Digital 6000 Launch Event

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Vor kurzem hat Sennheiser in Hannover und am nahen Stammsitz in der Wedemark die Markteinführung seiner neuen Drahtlos-Serie Digital 6000 gefeiert. Gerrit Buhe, Director Product Development Professional Systems, ließ Ruodlieb Neubauer etwas tiefer in die Gegenwart und Zukunft der Funkstrecken blicken.

 

Die neue Serie Digital 6000 von Sennheiser hat eine Empfänger-Schaltbandbreite von 244 MHz (470 – 714 MHz), die von drei Senderversionen abgedeckt wird: 470 – 558 MHz, 550 – 638 MHz und 630 – 718 MHz. Sie arbeitet also im gesamten noch fast weltweit verfügbaren UHF-Frequenzbereich – Stichwort Digitale Dividende 2 (s.a. die drei Workshop-Teile ab PP 07–08/16). »Da wir im Schulterschluss mit den anderen Herstellern sehr viel Lobby-Arbeit machen, haben wir mittlerweile geschafft, dass wir als Benutzer dieses Spektrums wahrgenommen werden. Das ist schon eine ganze Menge«, erzählt Gerrit Buhe. Die Politik und Regulierer müssen deswegen Alternativen anbieten. Sie tun dies auch, aber manchmal ist durchaus ein Pferdefuß dabei, wie Gerrit Buhe meint: »Z.B. sind die ­Duplex-Lücken der Mobilfunkbänder ja eigentlich ›Frequenzabfall‹«. Es war einer der Ausweich-Vorschläge. Aufgrund der sekundären Frequenzzuweisung tummeln sich im verbleibenden Frequenzbereich durchaus noch andere Nutzer wie Interkom-Anlagen, Steuerungen, möglicherweise sogar das Heer oder die Behörden.

Frequenz-Vermietung

In den letzten Jahren gab es in Deutschland nicht nur jene spektakuläre Frequenzversteigerung bei UMTS im Bereich von 50 Mrd. Euro. Diese UMTS-Auktion schmerzt jedoch die Mobilfunk-Betreiber noch heute. Bei der Vergabe der Lizenzen für den um einiges erfolgreicheren LTE-Standard hielt man sich im Wettbieten dann zurück und landete insgesamt bei weniger als einem Zehntel.

In den USA gab es sogar eine Incentive-Auc­tion, bei der Frequenzbänder im UHF-Bereich weiter nach unten versteigert werden sollten, was ­allerdings nicht glückte. »Wenn wir Pech gehabt hätten, wäre alles oberhalb 544 MHz an den ­Mobilfunk verloren gegangen«, so Gerrit Buhe. Offensichtlich waren die Mobilfunk-Anbieter nicht willens, die von den aktuellen Lizenz-Inhabern, ­etwa von lokalen Fernsehstationen, geforderten Summen zu bezahlen – die übrigens nicht offen gelegt wurden. Dadurch steht dieser Frequenz­bereich weiterhin auch für Funkstrecken als ­Sekundärnutzer zur Verfügung.

»Natürlich schauen wir uns auch nach anderen Frequenzbereichen um – z.B. 1,4–1,5 GHz. Wir sehen ja, dass unsere 1,8-GHz-Mikrofone sehr zuverlässig arbeiten. Tatsächlich sind die E-Netze, die bei 1800 MHz laufen, sehr häufig noch nicht auf LTE umgestellt, sondern arbeiten mit GSM und EDGE. Damals hatte die Standardisierung für Mobilfunk-Basis-Stationen sehr harte Regeln für Frequenz-Sauberkeit des Spektrums spezifiziert und diese wurden durch die Regulierungsbehörden immer wieder überprüft. Das erscheint bei LTE im UHF-Bereich nicht immer so.« Gerrit Buhe kennt sich mit dem Thema sehr genau aus, denn er entwickelte früher sechs Jahre lang diese Geräte.


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