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Visions Du Réel | Festivalbericht    Ausgabe 06/17

Sprachwirrwarr am Genfer See

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Man hört mitten im Französischen Deutsch, Italienisch, Russisch, viel Englisch – und auf den Leinwänden noch mehr Sprachen! Aber Filme sind mit den Augen wahrzunehmen, meint Philippe Dériaz.

Taste of cement Regie: Ziad Kathoum

Taste of cement Regie: Ziad Kathoum

 

 

Nach Katalog zu kaufen birgt immer Risiken, das gilt auch für Festivalteilnehmer, umso mehr, als eine Vorführung zu besuchen oft heißt, eine andere zu versäumen. Aber die Mundpropaganda kann manchmal helfen, Fehlgriffe zurückzunehmen.

Ein Film (laut Katalog) über syrische Arbeiter im Libanon, die Beirut wiederaufbauen, während ihr Land in Trümmern fällt, das lässt Elendes und Mitleidheischendes befürchten. Doch ist »Taste of cement« ganz anders. Man sieht zwar das Angekündigte, aber man sieht besonders und vor allem ein überwältigendes Stück Filmkunst. Ziad Kathoum lässt Bild, Schnitt und Ton wetteifern, sodass der Zuschauer nach keinen zehn Einstellungen gefesselt ist, was Ergebnis einer mächtigen inneren Logik ist. Auf der Hochhausbaustelle (wo die Fremdarbeiter auch noch wohnen) findet Talal Khoury erstaunliche Durch- und Einblicke, die Alex Bakri und Frank Brummundt effektvoll und aussagekräftig hintereinander verbinden; ­dazu eine Tongestaltung, wo wirkliche Geräusche auf irrealistische Weise eingesetzt werden. Durch diese streng durchgehaltene Gestaltung wird die Wahrheit, die hinter der Wirklichkeit steckt, herausgeholt...

Preise: www.visionsdureel.ch/festival/palmares-2017


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