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MIPTV 2017 | MESSEbericht    Ausgabe 06/17

TV entdeckt Diversity

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Nicht aus politischer Korrektheit, sondern weil es um viel Geld geht, wenn sich das Publikum im Programm wiederfinden kann, interessieren sich die Programm-Macher mehr und mehr für Diversity. Wilfried Urbe hat auf der MIPTV in Cannes zugehört.

© Valentin Desjardins / Image & Co

© Valentin Desjardins / Image & Co

 

Die Untersuchung der US-Fachzeitschrift »Variety« muss entmutigend gewirkt haben: Von den 38 neuen Serien der US-Programm­saison 2016/17 sind rund 90 Prozent der kreativ Verantwortlichen Weiße. Und der Großteil von ­ihnen wiederum ist männlich. Ganz schlechte Chancen haben demnach Afro-Amerikanerinnen, wenn es darum geht, eine führende Funktion bei einer Fernsehproduktion zu ergattern.

Eigentlich merkwürdig. Denn das Thema ­»Diversity«, also die Abbildung der gesellschaft­lichen Vielfalt in den Medien, steht in den Vereinigten Staaten schon länger auf der Agenda. Die ­aktuelle Diskussion über die mangelnde Beachtung von Afro-Amerikanern in der Medien- und ­Kinobranche hat neben der Qualität sicher auch »Moonlight« zum Oscar verholfen. Aber wie sieht es in Europa aus? Schwule oder lesbische Krimi-Ermittler beispielsweise hätten vor 20 Jahren ­einen mittleren Skandal ausgelöst, heute regt das Niemanden mehr auf.

»Auch wenn sich schon viel getan hat – es gibt immer noch einen Mangel an Diversität«, stellt David Cornwall dennoch fest. Der englische ­Dokumentarfilmer mit afrikanischen Wurzeln hat vor drei Jahren auf der MIPTV eine Art Forum gegründet. Jetzt wird auf der weltgrößten Fernsehmesse in Cannes der Stand der Dinge regel­mäßig diskutiert. So auch auf der letzten MIPTV im April. »Serien wie ›Black-ish‹ oder ›Empire‹ laufen gut, und sie verkaufen sich auch gut ins Ausland«, sagt er. Mit der letzten Oscarverleihung hat das Thema noch einmal Fahrt aufgenommen.


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