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F1-Audio-Remote-Produktion RTL | Broadcast-Technik    Ausgabe 07-08/17

Ton und Tally

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Wie der Ton und die Tally-Signale von Köln aus bei den F1-Übertragungen von RTL ferngesteuert werden, berichtet Hermann Mader.

Die TV-Übertragungen für RTL von den über neun Monaten auf 20 Orte verteilten Formel-1-Rennen werden als Remote-Production von CBC im Kölner Produktions- und Sendezentrum der Mediengruppe RTL Deutschland durch­geführt. Dadurch ließ sich der Aufwand vor Ort ­erheblich reduzieren, was zu deutlichen Einsparungen bei den Logistikkosten geführt hat. Die gewohnte Kölner Arbeitsumgebung für die Produktionsmitarbeiter führte sogar zu einer weiteren Steigerung der Qualität – nicht zuletzt ­deshalb, weil im Sendezentrum wesentlich umfangreichere Produktionsmöglichkeiten zur Verfügung stehen, wie beispielsweise den direkten Zugriff auf Archivmaterial.

»Gemeinsam mit den CBC-Kollegen hinterfragen wir stets laufende Produktionskonzepte und prüfen auf Optimierungsmöglichkeiten. Ziel dabei ist es, die hohe Redaktions- und Produktionsqualität zu halten bzw. zu steigern. Wenn sich zusätzlich dadurch externe Kosten reduzieren lassen, begrüßen wir das natürlich auch. Mit dem neuen Remote-Konzept konnten wir für die Formel-1-Produktion Transportkosten erheblich reduzieren. Bei einem durchschnittlichen Luftfracht-Kilogrammpreis von 185 US Dollar im Jahr 2016 freuen wir uns über jedes eingesparte Gewicht. Wobei sich die Einsparung am Ende im höheren Tonnenbereich bewegt. Durch die technischen ­Innovationen, auch aus dem Hause Lawo, haben wir die Möglichkeit, diese Ressourcen ins Programm zu investieren. So sind nun bei der Formel-1-Produktion insgesamt sogar mehr Mit­arbeiter involviert, wodurch sich die ohnehin hohe Qualität der Vor- und Nachberichterstattung nochmals steigern lässt«, erläutert Stefan Flügge, Produktionsleiter Sport bei RTL.

Software

Für die am Veranstaltungsort benötigte Hardware war eine möglichst schlanke und damit platzsparende Lösung gesucht. Das Setup an der Rennstrecke besteht lediglich aus einem modularen DALLIS-I/O-System zum Anschluss aller Audioquellen und -senken. Die erforderliche DSP-Kapazität stellt eine Sapphire-Masterkarte zur Verfügung. Das Set-up wird ergänzt durch eine V__pro8, welche Video- und Audiosignale ver­arbeitet und via MADI mit dem DALLIS-System verbunden ist. Auf eine physische Mischpultoberfläche hat man bewusst verzichtet und stattdessen auf eine virtuelle Zwölf-Fader-Konsole auf ­Basis von Lawos touch-optimierter Screenbuilding-Software VisTool gesetzt. Hier wurde die Firma promediatools aus München beauftragt, eine grafische Benutzeroberfläche zu entwerfen, die alle jeweils benötigten Anzeige- und Bedienelemente dynamisch darstellt.


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