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100 Jahre UFA | Firmenjubiläum    Ausgabe 11-12/17

100 Jahre Traumfabrik

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Propagandainstrument, Filmkunstschmiede, Unterhaltungsspezialist – die Ufa hatte viele Gesichter. Im Dezember feiert der berühmteste deutsche Filmkonzern sein 100-jähriges Bestehen. Sonja M. Schultz über die wechselhafte Geschichte einer großen Marke.

Charité, © ARD/Nik Konietzny

Charité, © ARD/Nik Konietzny

 

Die Ufa war ein Kriegskind. Keins aus Versehen: ein gezielt gezeugtes. Das Deutsche Kaiserreich kämpfte gegen die halbe Welt, die Zahl der Toten wuchs, die eigene Bevölkerung hungerte sich von Steckrübenwinter zu Steck­rübenwinter. Kriegsmüdigkeit breitete sich aus. Und andere Länder produzierten aggressive Propaganda gegen den deutschen Feind. Besonders französische und englische Filme hetzten gegen die »Hunnen«, schilderten drastisch deren Grausamkeiten und befeuerten die antideutsche Stimmung. Der US-amerikanische Film »The Beast of Berlin«, der Kaiser Wilhelm II. als gierigen Kriegstreiber zeigt, wurde 1918 mit dem Hinweis ­herausgebracht, das alliierte Publikum solle nicht aus lauter Wut auf die Leinwand schießen.

Der General und das Kino

General Erich Ludendorff wünschte sich ein ähnlich wirksames Propagandakino, um die Kampfesmoral der Deutschen zu stärken. So gründete die Oberste Heeresleitung im Januar 1917 das Bild- und Filmamt (Bufa) zur psychologischen Kriegsführung. Doch dieser Ufa-Vorläufer und seine meist doch recht unbeholfenen Produktionen entsprachen nicht Ludendorffs Vorstellungen. Genauso wenig wie die konkurrierenden Propagandaaktivitäten der Deutschen Lichtbild-Gesellschaft (DLG), die Krupp-Manager Alfred Hugenberg und Publizist Ludwig Klitzsch im November 1916 ins Leben gerufen hatten. Was Ludendorff vorschwebte, war ein konkurrenzfähiger deutscher Filmkonzern, der alle Zweige des Gewerbes in sich vereint. Ein Konzern, vom Staat gesteuert und durch und durch nationalistisch. Im Juli 1917, als der Krieg militärisch und moralisch längst verloren war, schrieb der Generalstabschef an das Königliche Kriegsministerium in Berlin: »Für einen glücklichen Abschluss des Krieges ist es unbedingt erforderlich, dass der Film überall da, wo die deutsche Einwirkung noch möglich ist, mit dem höchsten Nachdruck wirkt.« Dieses Schreiben gilt heute als Gründungsdokument der Ufa. Sie wurde am 18.12.1917 aus der Taufe gehoben, mit einem Stammkapital von 25 Millionen Mark und einer Beteiligung von Reichsregierung, Kriegsministerium und Deutscher Bank.


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