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CinematographersXX Germany | INTERVIEW    Ausgabe 02/18

Wir sind viele

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CINEMATOGRAPHERSXX Germany – so nennt sich ein Netzwerk deutschsprachiger Kamerafrauen, von dem noch zu hören sein wird. Auf der diesjährigen Berlinale stellt sich der Zusammenschluss weiblicher DoPs öffentlich vor. Sonja M. Schultz traf fünf der Frauen vorab zum Gespräch.

Hi v.l.: Miriam Kolesnyk, Stephanie Hardt, v.o.v.l.: Daniela Knapp, Birgit Gudjonsdottir, Jana Marsika © Sonja M. Schultz

Hi v.l.: Miriam Kolesnyk, Stephanie Hardt, v.o.v.l.: Daniela Knapp, Birgit Gudjonsdottir, Jana Marsika © Sonja M. Schultz

 

XX – das ist der weibliche Chromosomensatz. Und CINEMATOGRAPHERSXX Germany – das ist eine Gemeinschaft von Bildgestalterinnen aus Deutschland, der Schweiz und Österreich, die sich 2017 gegründet hat, um Kamerafrauen in der Filmbranche sichtbarer zu machen. Die Webseite cinematographersxx.de versammelt die Profile aller Mitstreiterinnen. Dort zeigt sich ein großes Erfahrungs- und Altersspektrum: Neben Kamerafrauen, die seit Jahrzehnten tätig sind (Sophie Maintigneux, Judith Kaufmann), finden sich in der Kategorie »Rising Members« auch solche, die ihr Studium erst vor einigen Jahren abgeschlossen haben. Auf der Camerimage 2017 hat sich CINEMATOGRAPHERSXX Germany auf einem extrem gut besuchten Panel öffentlich vorgestellt. Zum PP-Interview trafen sich fünf der DoPs in Berlin.

 

Professional Production:

Wie kam es zur Gründung von CINEMATOGRAPHERSXX Germany?

Stephanie Hardt:

Wir wurden vom UK-Netzwerk illuminatrix inspiriert, das wir auf dem ersten Imago Diversity Day auf der Camerimage 2016 kennengelernt haben. Dort entstand die Idee, dass wir genau so einen Zusammenschluss auch in Deutschland brauchen. Alle, die wir fragten, waren davon begeistert, wir haben offene Türen eingerannt. So hat sich schnell eine kleine Gruppe bereit gefunden, alles auf die Beine zu stellen. Nach vier Monaten harter Arbeit war der Launch der Webseite am ­Diversity Day im November 2017. Wir haben lange nach einem passenden Namen gesucht, der international verständlich ist, nicht so verspielt klingt und klar sagt, worum es geht. Am Ende ­haben wir uns für CINEMATOGRAPHERSXX Germany entschieden. Unser Name lehnt sich an ­CINEMATOGRAPHERSXX in den USA an. Wir verfolgen ähnliche Ziele, aber existieren unabhängig voneinander.

 

Professional Production:

Welches Anliegen steckt hinter der Initiative?

Miriam Kolesnyk:

Es geht zum einen darum, Kamerafrauen unter­einander zu vernetzen. Und wir möchten die ­Kamerafrauen in der Filmbranche sichtbarer machen. Oft heißt es immer noch: Du bist die erste Kamerafrau, mit der ich drehe! Im Augenblick (Jan. 2018, Anm.d.Red.) gibt es auf unserer Webseite 62 Kamerafrauen, es werden mehr dazukommen.

Birgit Gudjonsdottir:

Wir zeigen, dass wir viele sind. Wir wollen deutlich machen, wie groß die Vielfalt ist und wie viel ­Talent im deutschsprachigen Raum nicht genutzt wird. Es gibt so viele tolle und talentierte Kamerafrauen, die keine richtige Chance bekommen, weil sie einfach nicht gesehen werden. Vielen Produzenten ist nicht klar, wie viele Kamerafrauen da draußen sind. Das Gedankengut, dass Männer die erste Wahl sind, ist sehr weit verbreitet. Da­gegen wollen wir angehen.


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