11.06.2012Zwei Studenten-Oscars für deutsche Bewerber
Wenn es diemal auch nicht der erste Platz war, so gewannen bei der Verleihung der 39. Student Academy Awards am Abend des 09.06.12 im Samuel Goldwyn Theater in Los Angeles mit Thomas Stuber und Elmar Imanov wieder einmal zwei deutsche Bewerber die begehrte Auszeichnung in der Kategorie »Bester ausländischer Spielfilm« – in Silber und in Bronze.
Mit der Silbermedaille darf sich künftig der Diplomfilm »Von Hunden und Pferden« von Thomas Stuber (Buch und Regie) schmücken. Der 30-minütige Schwarzweiß-Spielfilm nach einer Kurzgeschichte des Leipzigers Clemens Meyer erzählt die Geschichte des arbeits- und mittellosen Rolf, der sein ganzes bisschen Geld auf der Pferderennbahn verwettet, um mit dem erhofften Gewinn seinen geliebten Hund Piet operieren lassen zu können. Der Film ist eine Gemeinschaftsproduktion der Leipziger Departures Film (Produzenten: Undine Filter, Thomas Král) und der Filmakademie Baden-Württemberg (Producer: Pascal Nothdurft). Im vergangenen Jahr war »Von Hunden und Pferden« bereits für den First Steps Award nominiert und wurde mit dem Deutschen Kurzfilmpreis prämiert.
Die Bronzemedaille ging an »Die Schaukel des Sargmachers«, den Abschlussfilm von Regisseur Elmar Imánov an der ifs – Internationale Filmschule Köln (Produzentin: Eva Blondiau) . Der Film erzählt die Geschichte eines Vaters und seines behinderten Sohnes im ländlichen Aserbaidschan. Normalerweise verprügelt der Vater den schon erwachsenen Musa, doch dann erfährt er, dass der sterben wird. Als der Alte den Sarg für den eigenen Sohn machen muss, verändert das die Beziehung. Der Film ist im an das Türkische erinnernde Aserbaidschanisch gefilmt und wird mit englischen Untertiteln gezeigt. Imanov ist selbst in Aserbaidschan geboren. »Die Schaukel des Sargmachers« wurde bereits beim Internationalen Studentenfilmfestival »sehsüchte« als Bester Spielfilm unter 30 Minuten ausgezeichnet und erhielt beim Studio Hamburg Nachwuchspreis eine lobende Erwähnung.
Die Student-Academy-Awards-Goldmedaille erhielt in diesem Jahr die Produktion »For Elsie« des Engländers David Winstone (University of Westminster). In dem Film geht es um einen Klavierlehrer, der 10.000 Pfund verdienen kann, wenn er der Tochter eines russischen Gangsters Beethovens »Für Elise« an einem Tag beibringt.
Die Academy of Motion Picture Arts and Sciences (AMPAS) vergibt den Studenten-Oscar in fünf Kategorien, von denen eine für den besten Auslandsfilm ist. In diesem Jahr waren 51 Filme aus 29 Ländern eingereicht worden, wobei Deutschland mit gleich sieben Filmen am stärksten vertreten war.
Auch in den Jahren zuvor waren die Nachwuchstalente aus Deutschland bei der Vergabe der Student Academy Awards sehr gut aufgestellt:
1988: Wolfgang Becker (dffb) Schmetterlinge
1994: Katja von Garnier (HFF München) Abgeschminkt
1997: Raymond Boy (Köln) Ein einfacher Auftrag
1998: Thorsten Schmidt (Filmakademie Baden-Württemberg) Rochade
1999: Marc-Andreas Bochert (HFF Konrad Wolf, Potsdam) Kleingeld
2000: Florian Gallenberger (HFF München) Quiero ser
2003: Florian Baxmeyer (Hamburg Media School) Die rote Jacke
2005: Ulrike Grote (Universität Hamburg) Der Ausreißer
2007: Toke Constantin Hebbeln (Filmakademie Baden-Württemberg) Nimmermeer
2008: Reto Caffi (Kunsthochschule für Medien Köln) Auf der Strecke
2011: Max Zähle (Hamburg Media School) Raju
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