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news | Verbände    14.07.2017

Schieflage vor und hinter der Kamera

Der Verband Pro Quote Regie fordert anlässlich neuer Studie eine Diversitätsoffensive in TV und Kino.

 

Pro Quote Regie zur aktuellen Studie "Audiovisuelle Diversität? - Geschlechterdarstellungen in Film und Fernsehen in Deutschland“:

Vor der Kamera - das hat die Studie "Audiovisuelle Diversität?“ der Universität Rostock erneut gezeigt - beherrschen Stereotype das Programm: Sexy und um die 30 sollte SIE schon sein, die Frau an seiner Seite. Und während ER auch mit 60+ noch locker das Programm beherrscht, wird die Frau in den besten Jahren ab 50 aussortiert. Auch im nonfiktionalen Bereich haben Frauen nicht viel zu melden. Es sind immer noch überwiegend Männer, die uns die Welt erklären. „Film- und Fernsehschaffen in Deutschland muss sich hinter und vor der Kamera emanzipieren“, meint dazu Barbara Teufel von Pro Quote Regie.

Im Fokus der neuen Studie von Prof. Dr. Elisabeth Prommer, die die Schauspielerin Maria Furtwängler in der Akademie der Künste vorstellte, stehen "Geschlechterdarstellungen in Film und Fernsehen in Deutschland“. Untersucht wurde das gesamte fiktionale und nonfiktionale Programm von 21 Sendern, u.a. der ARD, ZDF, RTL und ProSieben. Die Branche ist eben "frauenfeindlich“, wie man früher gesagt hätte. Heute ist die nüchterne Frage darüber hinaus, was die strukturelle Benachteiligung und Dauerberieselung mit Stereotypen in einer Gesellschaft verursacht, die faktisch immer vielfältiger wird. „Viele sollen einschalten, alle Gebühren zahlen, wenige sehen sich wirklich repräsentiert,“ so Margrét Rún, Gründungsmitglied von Pro Quote Regie. Der Verein, hinter dem 500 Regisseurinnen und insgesamt über 1000 namhafte Unterstützer*innen stehen, hat sich 2014 gegründet, um für mehr Geschlechtergerechtigkeit in der Filmbranche zu sorgen, mit Erfolg:

Pro Quote Regie hatte bereits die Studie "Frauen in Kunst und Medien“ angestoßen, die die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, Prof. Monika Grütters durchführen ließ, ebenso die Studien "Gender & Film“ und "Gender und Fernsehfilm“, die die Filmförderungsanstalt (FFA), ARD und ZDF zur Berlinale 2017 vorgestellt haben.

Die neuen Studienergebnisse schließen eine weitere Datenlücke. Sie zeigen aber auch, wie wichtig die Arbeit von Pro Quote Regie in den vergangenen Jahren bereits gewesen ist.

„Wir haben viel erreicht. Es muss aber noch wesentlich mehr passieren. Zahlen haben wir jetzt genug und jede Studie ist nur so gut wie die Maßnahmen, die daraus resultieren. Ohne eine verbindliche Quote für die kreativen Schlüsselpositionen hinter der Kamera wird sich langfristig auch vor der Kamera nichts ändern.“ So sieht es Barbara Rohm, Vorstand von Pro Quote Regie.

Neue Rollenmodelle für alle Geschlechter brauchen neue Formate und innovative Geschichten. „Es geht mitnichten darum, jetzt "starke Frauenfiguren“ als "Helden mit Brüsten" zu kreieren, sondern vor allem die Reproduktion von Geschlechterstereotypen zu erkennen, zu vermeiden und so Vielfalt zuzulassen,“ sagt Tatjana Turanskyj, Vorstand von Pro Quote Regie. www.proquote-regie.de 

 



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