Advertisement
Technologie und Medienrealisation in Film und Video





news | Förderungen    17.07.2017

10 Jahre FFHSH: Studie blickt in die Zukunft

Die Filmförderung Hamburg-Schleswig-Holstein feiert: Zum 10. Mal jährt sich die Fusion der FilmFörderung Hamburg, der Filmwerkstatt Kiel und der Gesellschaft zur Förderung audiovisueller Werke in Schleswig-Holstein mbH. Eine Studie zur regionalen Bewegtbildbranche stimmt optimistisch.

 

Maria Köpf, Geschäftsführerin der Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein, beim Fusions-Jubiläum: „Seit der Fusion im Jahr 2007 ist die Zahl an Drehtagen in Schleswig-Holstein um 114 Prozent gestiegen und der Regionaleffekt lag bei über 18 Millionen Euro – diese Zahlen zeigen: Die Fusion war genau der richtige Schritt. Schleswig Holstein und Hamburg sind in den vergangenen zehn Jahren gut zusammengewachsen. Die Filmwerkstatt Kiel ist für die lokalen Produzenten eine nicht mehr wegzudenkende Plattform. Wir arbeiten weiter daran, den Medienstandort Schleswig-Holstein mit voranzubringen. An diesem Ziel wollen wir auch mit der neuen Landesregierung in Kiel festhalten.“

Auch die Schleswig-Holsteinische Kulturministerin Karin Prien betont: „Die gemeinsame Filmförderung der beiden norddeutschen Länder ist eine Erfolgsgeschichte für beide Standorte. Service, Beratung und Filmförderung aus 'einem Guß' und 'aus einer Hand' – das stärkt den film- und kulturpolitischen Raum zwischen Unterelbe und Ostsee. Die Vernetzung junger Talente rund um die Ostsee ist ein strategischer Beitrag, der die Kompetenz der FFHSH auch auf internationalem Parkett nachhaltig herausstellt.“

Standortstudie: Wie steht es um die Bewegtbildbranche im hohen Norden?

Die FFHSH hat zum ersten Mal in einer repräsentativen Studie die Situation der Bewegtbildbranche in beiden Bundesländern analysiert. Dazu wurden rund 1.250 Film- und Medienunternehmen in Hamburg und Schleswig-Holstein befragt. Die Ergebnisse zeigen, dass die Branche trotz aktueller Herausforderungen in den kommenden Jahren mit wirtschaftlichem Wachstum rechnet.

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien in Hamburg und Vorsitzender des Aufsichtsrats der FFHSH, sagt dazu: „Die Standortstudie macht deutlich, dass Hamburg unverändert ein bedeutender Medienstandort ist und der Film ein wichtiger Wirtschaftsfaktor.“ Die Branche schätze die vertrauensvolle, nachhaltige Zusammenarbeit mit der Filmförderung und deren Initiativen zur Vernetzung. Der Erfolg messe sich auch an der erfolgreichen Teilnahme bei den Internationalen Filmfestspielen in Cannes, wo vier von der FFHSH geförderte Produktionen gezeigt und zwei davon ausgezeichnet wurden. Für Maria Köpf zeigen die Ergebnisse der Studie einen positiven Blick in die Zukunft, weil rund zwei Drittel der ansässigen Unternehmen von wachsenden Umsätzen in den kommenden Jahren ausgehen. 

Situationsbeschreibung

-Die Bewegtbildbranche ist mit einem Gesamtumsatz von 3,2 Milliarden Euro und 14.500 Arbeitsplätzen bedeutender Wirtschaftsfaktor in der Region. Rund 1.250 Unternehmen zählen zur Bewegtbildbranche in Hamburg und Schleswig-Holstein. Davon gehören rund 560 Unternehmen zur klassischen Filmproduktion. Hinzu kommen rund 200 Werbefilmer sowie 110 Spezialisten in den Bereichen Online-Video, 360-Grad, Virtual und Augmented Reality.

- Zwei von drei TV-Produzenten und rund drei Viertel der Kino-Produzenten erwarten wachsende Umsätze bis 2020, wobei aktuell nur jeder Fünfte seine wirtschaftliche Lage als gut einschätzt. Auch am Arbeitsmarkt sind die Aussichten positiv: Mehr als ein Drittel der Bewegtbild-Unternehmen plant, 2017 mehr Personal einzustellen.

- Online-Video und Virtual Reality locken als neue Geschäftsfelder. Ein Viertel der Filmschaffenden will in der Zukunft stärker auf Online-Video und On-Demand-Plattformen wie Netflix, Amazon oder Maxdome setzen. Jedes achte Unternehmen plant, in die Bereiche Virtual Reality, Augmented Reality oder 360-Grad-Videos einzusteigen. Allerdings bleibt die klassische TV- und Filmbranche mit einem Anteil von 38 Prozent weiter Hauptgeschäftsfeld für die Bewegtbildunternehmen in der Region.

- 80 Prozent der Kino- und 60 Prozent aller TV-Produzenten haben internationale Kooperationspartner. Trotz der hohen Zahl an internationalen Kooperationen wünschen sich viele der Befragten eine stärkere Beschränkung der Fördermittel auf Filmproduzenten vor Ort.

- Als Standortnachteil sieht die Branche den schwierigen Zugang zu Fremdkapital und Banken. Sie wünscht sich dementsprechend mehr Lobbyarbeit für Film als Kultur- und Wirtschaftsgut, um ihn attraktiver für Privatinvestoren zu machen.

- Infrastruktur, Zugang zu Equipment und Ausstattung sowie Vernetzung mit der eigenen Branche zählen zu den bedeutendsten Standortvorteilen. Im Vergleich zu Hamburg punktet Schleswig-Holstein zudem mit günstigeren Mieten und geringeren Lebenshaltungskosten.

Die Studienergebnisse bestärken Maria Köpf in der Arbeit, zum Beispiel als finanzieller und kreativer Partner der Autoren und Produzenten und bereits in frühen Phasen wie der Treatmenterstellung, der Drehbuchentwicklung und später auch bei der Projektentwicklung zur Seite zu stehen. 

Vernetzung der Branche

Als Zukunftsmotor hat die Filmbranche die Bereiche Online-Video und Virtual bzw. Augmented Reality ausgemacht. Die Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein will darum die Talente aus den einzelnen Zweigen der Bewegtbildbranche besser zusammenbringen. Köpf: „Wir sehen unsere Rolle als Mittler der neuen und alten Akteure der Bewegtbildbranche und werden verstärkt Networkingevents, Workshops und internationale Fachkonferenzen am Standort anbieten.“

Kino im Wandel der Zeit

Die Filmbranche ist weiter Hauptgeschäftsfeld der Bewegtbildunternehmen in der Region, auch wenn vor allem die Kinoschaffenden mit wirtschaftlichen Problemen zu kämpfen haben, weil laut Köpf die Produzenten ihre Erlöserwartungen im Kinosegment deutlich gedämpft sehen. Der Besucherrückgang gerade bei den mittleren und kleineren Filmen in den letzten Jahren sei ein Problem, etwa aufgrund eines qualitativen Überangebots.

Viele Filme finden ihr Publikum nicht mehr, weil die Digitalisierung und der verbilligte Einsatz von Startkopien eher kommerzielle Filme begünstigt und deutsche Filme immer weniger Chancen auf längere Laufzeiten haben. 

Zum anderen komme es den Produzenten in der Region nicht gerade entgegen, dass sich der NDR im Bereich des Kinofilms sehr zurückhaltend verhalte und andere Schwerpunkte setze.

Aufgrund begrenzter Mittel und des bereits hohen regionalen Wettbewerbs sei die  Internationalisierung des Medienstandorts schwierig. Dennoch sei es für die Branche wichtig, die Zahl der Kinoproduktionen am Standort hochzuhalten, um in der Region von einer ständigen Beschäftigung, einer erhöhten Sichtbarkeit und einer Professionalisierung der Teams profitieren zu können. Es gelte deshalb, den Standort Hamburg Schleswig-Holstein für Filmteams und Talente noch attraktiver zu machen.

Die komplette Studie kann bei FFHSH heruntergeladen (PDF) werden.

 



<< zurück