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news | auszeichnungen    04.12.2017

MFG-Star an Ali Soozandeh für “Teheran Tabu“

Regisseur Ali Soozandeh wurde für “Teheran Tabu“ mit dem von der MFG Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg gestifteten Regienachwuchspreis MFG-Star ausgezeichnet.

Still aus “Teheran Tabu“ © Little Dream Entertainment

Still aus “Teheran Tabu“ © Little Dream Entertainment

 

Der Regie-Nachwuchspreis MFG-Star wurde Anfang Dezember 2017 im Rahmen des FernsehfilmFestivals in Baden-Baden bereits zum 19. Mal vergeben. Der Preisträger darf sich auf ein Stipendium für einen sechswöchigen Aufenthalt in der VILLA AURORA in Pacific Palisades, Los Angeles, freuen. Im dortigen Kulturzentrum – entstanden aus dem ehemaligen Wohnhaus des Schriftstellers Lion Feuchtwanger – bestehen für den Regisseur, der ausgezeichnet wird, beste Arbeitsbedingungen zur Entwicklung neuer Projekte und außergewöhnliche Vernetzungsmöglichkeiten.

Das Gesellschaftsdrama von MFG-Star Gewinner Ali Soozandeh erzählt von drei selbstbewussten Frauen und einem jungen Musiker, deren Lebenswege sich in der schizophrenen Welt Teherans kreuzen: Sex, Korruption, Drogen und Prostitution gehen in der brodelnden Metropole einher mit strengen religiösen Gesetzen. Das Umgehen von Verboten wird zum Alltagssport, der Tabubruch zur Selbstverwirklichung. Der Stuttgarter Camino Filmverleih brachte den Film, der seine Weltpremiere in Cannes feierte und am Wettbewerb beim Festival d´Animation in Annecy teilnahm, am 16. November ins Kino.

Die alleinige Jurorin Dorothee Schön entschied sich für “Teheran Tabu“ als Preisträgerfilm, denn er sei ein mutiger und ein wichtiger Film, der die verlogene Seite des religiösen Fanatismus zeige, ohne den Charme und den Einfallsreichtum seiner Überlebenskünstler dabei zu unterschlagen: „Ein feines Netz von Begegnungen und Beziehungen spinnt Ali Soozandeh zwischen seinen Protagonisten, die alle im autoritären Gottesstaat Iran ums Überleben kämpfen. Jede Figur hat zwei Gesichter, ein ´offizielles´ und ein ´intimes´, und wenn sie beim Fotografen sitzen und einen Hintergrund wählen dürfen, müssen sie sich für eines entscheiden. Die animierte Ästhetik, die Ali Soozandeh für seine multiperspektivische Geschichte wählt, ist keineswegs nur aus der Not geboren, nicht in Teheran drehen zu können. Die gezeichnete Realität ermöglicht es, ohne Voyeurismus die heftigen Szenen sexueller Demütigung und Ausbeutung zu ertragen und schützt seine realen Darsteller.“

Die Vorauswahljury bestand aus Cathrin Ehrlich (Festivalleitung FernsehfilmFestival Baden-Baden), Ulrike Frick (Programmerin der Reihe NEUES DEUTSCHES FERNSEHEN beim Filmfest München), Andrea Hohnen (Programmleiterin FIRST STEPS), Bettina Reitz (Juryvorsitzende Wettbewerb des FernsehfilmFestivals Baden-Baden) und Prof. Carl Bergengruen (MFG-Geschäftsführer).

Neben dem Preisträger Ali Soozandeh hatten die Nominierungs-Juroren Adrian Goiginger für “Die beste aller Welten“, Julia Keller für “Jetzt.nicht“ und Mia Spengler für “Back For Good” nominiert.

www.mfg.de

 

 



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