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news | Veranstaltungen    09.03.2015

Die besten Filme der DEFA vom 11.3. bis 17.6. im Filmmuseum

Dreizehn Filme aus den ostdeutschen DEFA-Studios, die alle in der Gegenwart der 1960er Jahre angesiedelt sind. Viele von ihnen wurden zensiert und kamen erst nach der Wende in die Kinos.

DEFA Film "Das Kaninchen bin ich"

DEFA Film "Das Kaninchen bin ich"

 

Vom 11. März bis 17. Juni 2015 beschäftigt sich das Filmmuseum mit Filmen der ostdeutschen Produktionsfirma DEFA (Deutsche Film AG), die in den 1960er Jahren entstanden, und alle in der Gegenwart angesiedelt sind. Viele Filme wie DENK BLOSS NICHT ICH HEULE von Frank Vogel oder DAS KANINCHEN BIN ICH von Kurt Maetzig fanden erst nach der Wende 1990 ihren Weg ins Kino und sind in der rekonstruierten Fassung zu sehen.

Der dokumentarische Kompilationsfilm SCHAUT AUF DIESE STADT (1962) von Karl Gass kann durchaus als Propagandafilm zum Thema Mauerbau verstanden werden. Ralf Schenk, Vorstand der DEFA-Stiftung, hält bei der Vorführung am 11.3. um 21.00 Uhr eine Einführung. Auf der anderen Seite wollte eine junge Generation von Filmemachern Filme über die Gegenwart drehen, die problembewusst und gesellschaftskritisch sind. ...UND DEINE LIEBE AUCH (1962) von Frank Vogel kreist um ein „Liebesdreieck“ im Zeichen des Mauerbaus 1961 und in der Satire SONNTAGSFAHRER (1963) von Gerhard Klein werden acht Menschen auf der Flucht in den Westen mit dem Mauerbau konfrontiert. In Konrad Wolfs DER GETEILTE HIMMEL (1964) wagte das Kino mit seinen expressionistischen Bildern auch moderne, experimentelle Ansätze. Gleichzeitig versuchte man den publikumswirksamen Genrefilm wiederzubeleben: Krimis, Komödien, Musicals, Abenteuer-, Science-Fiction- und sogar Westernfilme, die in der DDR „Indianerfilme“ genannt wurden.

Einschneidend waren die Folgen des 11. Plenums des ZK der SED im Dezember 1965, die zum Verbot fast einer Jahresproduktion von 12 Spielfilmen führte und die die neue Regie-Generation der DEFA auf Jahre lähmte. Eine Tendenz war u.a. der Rückzug ins Private. Regisseur Frank Vogel porträtierte in DAS SIEBENTE JAHR (1969) die Alltagswelt und die Konflikte eines Ost-Berliner Intellektuellen-Paares auf spielerische und trotzdem ernsthafte Weise. In WEITE STRASSEN – STILLE LIEBE (1969) versuchte Herrmann Zschoche mittels einer genauen Charakterzeichnung eines LkW-Fahrers, eines mitfahrenden Studenten und einer jungen Frau verschiedene Lebensentwürfe auszuloten, und sich somit von den Restriktionen soweit wie möglich zu emanzipieren.

Kurt Maetzig, Frank Vogel, Konrad Wolf und Frank Beyer sind einige der prominenten Regisseure der Reihe. Armin Mueller-Stahl, Manfred Krug, Jutta Hoffmann, Angelika Waller und Erwin Geschonneck zählen zu den heute auch im Westen bekannten Darstellern.

Weitere Informationen sowie alle Filme und Termine der Reihe: www.muenchner-stadtmuseum.de/film

http://www.muenchner-stadtmuseum.de/film



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