Technologie und Medienrealisation in Film und Video





FESTIVALBERICHT | 56. FILMFESTSPIELE    Ausgabe 03/06

Harte Kost statt Hollywood

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Kleinere, sozial engagierte Werke prägten das Berliner Festival und sorgten für einen Besucheransturm. Sonja M. Schultz über wütende Filme, deutsche Entdeckungen und einen Platz für den Talent-Nachwuchs.

Harte Kost statt Hollywood

Harte Kost statt Hollywood

Von einer »Berlinale des Grauens« war beim Blick auf die Themen des diesjährigen Wettbewerbs die Rede: Mord und Totschlag, Vergewaltigung und Suizid, Folter, Drogensucht, sogar Exorzismus. Die deutschen Beiträge waren an diesem Schwerpunkt nicht ganz unschuldig (Den Beitrag »The Stoning« hatte man aus politischer Rücksichtnahme sogar wieder aus dem Programm genommen. Was nicht verhinderte, dass Regisseur Harald Holzenleiter »einschlägige« e-Mails bekam, die er der Staatsanwaltschaft weiterleitete, und sich die Mitwirkenden aus Angst um ihr Leben nicht vor die Presse trauen. Anm. d. Red.)
Doch das Interesse an der unschönen Realität entwickelte sich zum Plus der 56. Filmfestspiele und schlug sich auch bei der Preisverleihung nieder. Das politische Kino siegte mit »Grbavica«, dem Spielfilm-Debüt der bosnischen Regisseurin Jasmila Zbanic, das unter Beteiligung des ZDF entstand. Der Film erzählt die Geschichte einer 13-Jährigen aus Sarajevo, die glaubt, ihr Vater sei als Kriegsheld gestorben - dabei ist sie das Produkt einer der gezielten Massenvergewaltigungen während des Jugoslawien-Krieges, über die in Bosnien-Herzegowina immer noch geschwiegen wird und deren Täter nicht verurteilt wurden. Der Preis für die beste Regie ging an Michael Winterbottom und Mat Whitecross, die mit »The Road to Guantanamo« in aktuellem Doku-Drama-Stil ein Plädoyer für Menschenrechte und gegen die Inhaftierungs-Praxis der USA drehten.


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