Technologie und Medienrealisation in Film und Video
SUPERVISOR | PRODUKTIONSBERICHT    Ausgabe 10/08

Speicher-Wechsel in der Wand

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Harry Berger ist Extrembergsteiger. Diesen Winter will er einen 350 m hohen gefrorenen Wasserfall solo klettern – ohne Sicherung. Noch nie zuvor hat dies jemand gewagt. Berti Kropac plant ein Porträt über den Eiskletterer – und muss dafür selbst ans Limit gehen. Sonja M. Schultz sprach mit dem leidenschaftlichen Dokumentarfilmer über Testdrehs am Berg, Höhenangst und HD-Workflow im Hängen.

Speicher-Wechsel in der Wand

Speicher-Wechsel in der Wand

Im November fängt der majestätische »Supervisor« in den Hochalpen langsam an, zuzufrieren. Seinen Namen erhielt er, weil er allen anderen Wasserfällen »vorgesetzt« ist. Er ist der Boss. Der Supervisor ist einer der wenigen noch zufrierenden Wasserfälle dieser Größenordnung. Doch das Eis bleibt labil. Es friert in dünnen, blätterteigartigen Schichten, Überhänge aus Eiszapfen können leicht abbrechen und wie Projektile nach unten sausen. Zudem liegt der Wasserfall mitten im Lawinengebiet. Erst im vergangenen Jahr krachte ein 400 qm großes Schneebrett aufs Eis und ließ es brechen. Mehrere Menschen verunglückten. Schon seit sieben Jahren verfolgt den Österreicher Harry Berger der Gedanke an eine Solo-Erstbesteigung, mitten in der Gefahrenzone. Diesen Dezember soll es so weit sein. »Ich lebe intensiv. Das ist auch der Grund, warum ich keine Angst habe, zu sterben«, sagt der 33-jährige, der zu den weltbesten Eiskletterern zählt.
Als Harry Berger den Kameramann und Regisseur Berti Kropac kennen lernte, entstand die Idee, die Risikotour zu dokumentieren. »Aber Harry klettert nicht speziell für den Film,« betont Kropac: »Es ist sein unumstößlicher Plan. Er will es machen.« 1993 gründete Bertram Kropac sein Unternehmen KROPAC MEDIA, das unter anderem Dokumentarfilme für ARD, ZDF, BBC oder Discovery Channel herstellt und zum Spezialisten für HD-Produktionen geworden ist. So wie sich Harry Berger seinen Supervisor in den Kopf setzte, begeistert sich Kropac für die Idee, den Extrem-Athleten in einem abendfüllenden Kinofilm zu porträtieren. Die Besteigung des Eis-Giganten soll dabei als Haupt-Spannungsbogen dienen. Andere Episoden aus Bergers bewegtem Leben werden nachinszeniert: Wo er die größten Glücksmomente hatte – wie er am Bergsteigerseil von einer 100-Meter-Autobahnbrücke springt, um seine Angst kontrollieren zu lernen – wo er einen Freund verlor – oder wie er einmal fast erfror. Nach einem Absturz ins Wasser hatte sich der triefend nasse Kletterer in die Kälte gesetzt und war bereits eingedöst. Ein herunterfallender Batzen Schnee schreckte ihn auf: die Kleidung war steif gefroren, der Körper zitterte nicht mehr, und das Gefühl war angenehm müde. Wie beim Erfrieren. Berger kämpfte sich noch einmal hoch und schaffte es bis zu seinem Auto.


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