Technologie und Medienrealisation in Film und Video





RORY PECK AWARD 2008 | EVENTBERICHT    Ausgabe 01-02/09

Schlag-Licht

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Zwar setzt weltweit jeder größere Fernsehsender bei der Berichterstattung aus Krisengebieten zum überwiegenden Teil auf die Arbeit von freien Reportern und Kameraleuten, auf der ganzen Welt gibt es aber nur eine Organisation, die sich um den auf englisch Freelancer genannten Personenkreis kümmert, wenn sie in Not geraten oder ihnen internationale Anerkennung für ihre Arbeit verschafft: der Rory Peck Trust. Alljährlich im November vergibt die Stiftung in London Preise für unabhängige Berichterstatter und legt eine Bilanz der Arbeit des letzten Jahres vor. Georg Immich traf in London nicht nur die Finalisten und Preisträger, sondern informierte sich auch bei der Direktorin der Rory Peck Stiftung über ihre Arbeit.

Schlag-Licht

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Bei all den Medienpreisen die alljährlich auf Fernsehschaffende und Medienjournalisten niederprasseln, respektive den Terminkalender verstopfen, stellt der Rory Peck Award eine Besonderheit dar. Hier geht es nicht um Glanz und Glamour oder schöne Kleider und schöne Bilder. In Londons Southbank-Viertel im National Film Theatre stehen an einem Novemberabend Menschen und ihre Schicksale im Mittelpunkt – sowohl jene der Menschen vor der Kamera als auch jene der Leute hinter der Kamera. Während die meisten anderen Preise um Schauspieler und fiktionale Geschichten kreisen, widmet sich der Rory Peck Award realen Personen, die meistens unfreiwillig auf die Weltbühne geworfen wurden und denen häufig nur durch freie unabhängige Reporter eine Stimme verliehen wird.
Wir wissen natürlich nicht, was Marcel Reich-Ranicki zu der Veranstaltung gesagt hätte, immerhin geht es nicht um die höchsten kulturellen Leistungen der Menschheit, sondern in der Regel um das genaue Gegenteil. In London wäre ihm aber sicherlich nicht in den Sinn gekommen, die prämierten Filme als langweilig oder irrelevant zu bezeichnen. Manche feuilletonistischen Bedenkenträger könnten aber einwenden, dass es ethisch problematisch sei, für die teilweise drastischen Bilder eine besondere Auszeichnung zu vergeben oder dass das Abfilmen der Wirklichkeit keine besondere Leistung darstellt und damit auch nicht preiswürdig sei. Diese Überlegung verkennt, dass in der Krisenberichterstattung die Aufnahmen nicht im behaglichen Studio gedreht werden, sondern die Reporter und Kameraleute manche Strapazen auf sich nehmen und vielfach ihr eigenes Leben aufs Spiel setzen, um Kriegs- und Katastrophenszenen einzufangen. In manchen Fällen hätte die Weltöffentlichkeit nie oder erst sehr viel später und mit viel geringerer Wirkung von der Entwicklung bedeutender Krisen erfahren.


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