Technologie und Medienrealisation in Film und Video





FILMFEST LOCARNO | FESTIVALBERICHT    Ausgabe 11-12/09

Leoparden am langen See

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13% weniger Zuschauer: Wirtschaftskrise? Filmkrise? Festivalkrise? Dass es im Schweizer Film kriselt, ist Normalzustand. Christine und Philippe Dériaz haben jeder mindestens 45 Vorführungen besucht – eine Auswahl daraus:

Leoparden am langen See


August. Ganz Europa entblößt sich sommerlich. Ganz Europa? Nein, ein kleines Städtchen im Tessin wirft sich ein Leopardenfell über und zeigt fauchend die Zähne. Zum 62. Mal fand in Locarno das internationale Filmfestival statt, zum letzten Mal unter der Leitung von Frédéric Maire.

Auch dieses Jahr wurde bereits im Vorfeld beklagt, dass zu viele Filme und zu wenige Stars nach Locarno kommen. Diese Rufe sind dumm und müßig; zum einen sollte das Hauptanliegen eines Filmfestivals der Film sein, und nicht der rote Teppich, auf dem natürliche oder naturidentische Sexsymbole – männliche wie weibliche – vom Volk getrennt durch ein Gitter begafft werden; zum anderen: Wie viel Star soll es denn sein? Das Schöne an Locarno ist ohnehin, dass hier das normale Kinopublikum den Regisseuren, Schauspielern und anderen Filmschaffenden einfach begegnen, sie direkt ansprechen, Freude oder Unmut über die Filme direkt beim »Verursacher« loswerden kann. Sollte das nicht wichtiger sein als kreischende Fans, die versuchen, einen Blick auf einen vorbeischwebenden Hollywoodstar zu erhaschen?

In Zeiten, wo überall gespart wird, sollte es auch nicht wundern, wenn weniger Besucher kommen – es wird allgemein weniger gereist – und, wichtiger für die Branche, weniger produziert. Ebenfalls ärgerlich ist das allgemeine Gemurre darüber, dass keine wirklich großartigen Filme zu sehen waren. Vielleicht muss man sich die Frage stellen, was ein großartiger Film ist? Und wer bestimmt, was großartig ist und was nur mittelmäßig? Das Publikum an den Kinokassen? Hochschuldozenten, die Filme in den Kanon der »muss-man-kennen«-Werke aufnehmen? Filmkritiker? Was für den Einen preiswürdig ist, ist für den Anderen bestenfalls einen Preis für den miesesten Film wert.


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