Technologie und Medienrealisation in Film und Video
MERCEDES SCULPTURE | PRODUKTIONSBERICHT    Ausgabe 04/10

Fließende Formen

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Auf der Detroit Motor Show 2010 präsentierte Mercedes-Benz eine ungewöhnliche Automobil-Skulptur: Sie zeigt einen Fahrzeugkörper, der sich fließend aus einer Ebene heraus entfaltet, so die Form des Automobils künstlerisch überhöht und verschlüsselt darbietet. Dazu hat die Kölner Designagentur Elastique. einen ungewöhnlichen Film produziert, der in extremen Slow-Motion-Aufnahmen den Entstehungsprozess und die Formensprache des Objekts abstrakt darstellt. Wilfried Urbe berichtet über Konzeption, Design und Umsetzung.

Fließende Formen

Fließende Formen


»Wir wollten einen Film machen, bei dem verschiedene Elemente mit der Skulptur interagieren und auf diese Weise ihre Form und Linienführung beschreiben,« so Andreas Schimmelpfennig, Regisseur und Geschäftsführer der Kölner Agentur Elastique. »Der Film sollte abstrakt werden und dennoch emotional wirken. Deswegen wollten wir nur wenige digital erzeugte Bilder einsetzen, sondern möglichst viel real drehen.« Als besonders Stilmittel setzte das Team um Schimmelpfennig Highspeed-Aufnahmen ein, bei denen ein Modell der Skulptur im Maßstab 1:4 Verwendung fand. »Es war uns wichtig, mit dem Film für die Mercedes-Benz-Skulptur in erster Linie Emotionen zu wecken – weniger Fakten darzustellen. Denn diese ist außergewöhnlich und steht nicht in direktem Bezug zu einem existierenden Modell. Vielmehr verkörpert sie die Essenz der modernen Formensprache von Mercedes-Benz«, erklärt Koert Groeneveld, innerhalb der globalen Produktkommunikation Mercedes-Benz Cars verantwortlich für internationale Events.

Die Konzeptionsphase begann mit der Audioebene, die für die Erzeugung von Emotionen eine grundlegende Rolle spielt. Regisseur Schimmelpfennig: »Ich finde es toll, wenn man direkt am Anfang die Musik produziert und die Tonalität festlegt: Denn dann weiß das gesamte Team, vom Kameramann bis zu den Animatoren, wo die Reise in Bezug auf das ›Gefühl‹ des Films hin gehen soll.« Danach näherten sich die Kreativen mit groben Skizzen und ersten Styleframes, die Look & Feel der Bilder beschreiben, dem grundsätzlichen Ablauf des Films an. Das Spiel mit den Elementen Wasser und Feuer, sowie der Luft, die abstrakt von winzigen Perlen dargestellt werden sollte, visualisierte man in Form eines Animatics.

»Wir sind keine Fans von perfekt durchproduzierten Animatics,« bekennt Schimmelpfennig, »denn das provoziert Missverständnisse und die Kunden fragen dann: Ist denn das schon der Look und das Design? Wir bevorzugen einfache Bleistiftzeichnungen. Da ist jedem sofort klar: Hier geht es um Struktur, Ablauf und Inhalt.« Für den Schnitt und die Animation der Standbilder verwendete Elastique. Final Cut Pro, weil die Software laut Schimmelpfennig einen intuitiven Umgang bei geringen Renderzeiten ermöglicht.
Mit Hilfe des Animatic wurde die ungefähr angestrebte Shotanzahl und Länge des Films festgelegt.


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