Technologie und Medienrealisation in Film und Video
PLAZAMEDIA VS IN HD | BRADCAST-TECHNIK    Ausgabe 04/10

HD im virtuellen Studio

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Im Dezember präsentierte Plazamedia in Ismaning nicht nur das erste virtuelle Studio in HD in Deutschland, sondern gleich auch einen Test, darin in 3D zu produzieren.
Ruodlieb Neubauer hat sich vor Ort über die technischen Gegebenheiten informiert.

HD im virtuellen Studio

HD im virtuellen Studio

Mit dem Thema »Virtuelles Studio« hat man bei Plazamedia schon seit längerem Erfahrung. 2006 wurde schon für Premiere live mit zwei Kameras produziert, damals bereits mit einer frei beweglichen Steadicam. Danach ließ der Bedarf nach, dafür kamen viele Aufträge aus dem Bluebox- bzw. Greenbox-Geschäft, das auch heute noch etwa 50 Prozent ausmacht. Holger Kast, Leiter der Studio- und Postproduktion, der durch die Präsentation führte: »In letzter Zeit gibt es gerade im Zusammenhang mit HD wieder vermehrt Anfragen, die Hintergründe auch bei bewegten Kameras anzupassen. Seit Sommer 2009 haben wir direkt über Sudio 4 und 5 die fest installierte Regie 3, in der z.B. am Wochenende die »Liga Total« für die Constantin Sport Medien – auf der T Home Entertain-Plattform der Telekom mit Johannes B. Kerner produziert wird. Da war der nächste logische Schritt, hier das virtuelle Studio aufzubauen.« Nun bietet die Plazamedia als hundertprozentige Tochter der Constantin Medien AG auf 690 qm ein senderunabhängiges, frei buchbares Studio mit einer 12 x 8 m großen Greenbox an. Hier kann sowohl rein virtuell als auch im realen Raum mit virtuellen Elementen produziert werden. Redaktion, Produktion, Technik und Design kommt dabei aus einem Haus.

Um die Hintergründe an die Bewegungen der Kameras anzupassen, muss ein Kameratracking-System deren Lage bzw. deren Bewegungen im Raum berechnen, damit ein Echtzeit-System dann die entsprechenden Grafiken generieren kann. Michael Ermair, der im Hause für die virtuelle Technologie verantwortlich ist: »Der Vorteil ist, dass man sich von den physikalischen Gegebenheiten freimachen kann, die dem realen Setbau Grenzen setzen. Zudem ist man im virtuellen Studio nicht auf die reale Größe des Raumes beschränkt. Die Greenbox definiert ja nur den Bereich, in dem der Moderator sich bewegen kann.« Natürlich lassen sich auch in HD Szenenwechsel wie schon bei SD sehr schnell vornehmen. Eben per Knopfdruck. Zeiten für Auf- und Abbau entfallen, weshalb mehrere Formate in rascher Abfolge hintereinander produziert werden können. Allerdings müssen sowohl die analogen als auch die digitalen Requisiten erst einmal hergestellt werden. Dann aber sind die Lagerkosten verschwindend gering – Festplattenspeicher ist bei dieser Anwendung heute kein Thema mehr.

Warum eigentlich HD im virtuellen Studio? Michael Ermair: »Man hat einen größeren Freiraum bei den Kameraeinstellungen, wenn man in HD aufgelöste Texturen einsetzt. Auch in größerer Entfernung sieht man noch feine Texturen im Bild, auch Schriften sind besser lesbar. Insgesamt hat man einen brillanteren, schärferen Bildeindruck.« Bei vollvirtuellen Szenarien kann man ebenfalls reale Inseln schaffen, indem Tische oder Teppiche eingebaut werden. Bei Teilvirtualität wird in einem realen Studio gearbeitet, das durch virtuelle Elemente erweitert wird. Diese befinden sich normalerweise im Bildvordergrund, können allerdings auch als virtuelle Inseln auf farbige Flächen im Set integriert werden.

Bei den Trackingsystemen gibt es unterschiedliche Techniken: sensorbasierte Versionen bieten eine hohe Auflösung, per Infrarot arbeitende Tracker sind wiederum im Einsatz sehr flexibel. Die Plazamedia kann zwei Systeme einsetzen: Der Walkfinder der Thoma Film- und Videotechnik basiert auf Infrarot-Technik, der Technodolly mit Teleskop-Arm von Technocrane arbeitet mit Encodern und kann entweder manuell bedient oder in seinen Abläufen programmiert werden.
Das Grafik-System von VizRT, das bei Plazamedia auf der Z800 von HP mit der Grafikkarte Quadro FX 4800 NVIDIA läuft, übernimmt die Bewegungsinformationen der Kameras und steuert die Hintergründe. Bei der Zusammenführung im Ultimatte-HD-Chromakeyer wird ein Video-Delay eingefügt, weil die Renderzeiten für die Grafik zwischen zwei und drei Frames betragen.

Bei der Erstellung des virtuellen Studios ist die Plazamedia einen ungewöhnlichen Weg über Partnerschaften gegangen. Man gibt den Partnerfirmen VizRT, Thoma und Technocrane die Möglichkeit, hier sehr praxisnahe Tests für ihre Entwicklungen durchzuführen – welche Firma hat dafür schon ein so großes Studio zur Verfügung? Im Gegenzug kann Plazamedia als erster von den Ergebnissen profitieren. Auch preislich wird man einander wohl entgegen gekommen sein.


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