Technologie und Medienrealisation in Film und Video
STILL-LEBEN A40 | PRODUKTIONSBERICHT    Ausgabe 10/10

S3D mit wenig Platz

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Wenn es 2010 in Deutschland eine Veranstaltung gibt, die den Titel »Superlative« verdient, dann war es das »Still-Leben A40«, das am 18. Juli stattfand. Hierfür wurde im Rahmen des Kulturhaupstadtevents Ruhr.2010 der Ruhrschnellweg A40 zwischen Duisburg und Dortmund auf einer Strecke von 60 Kilometern für einen Tag zur autofreien Kulturzone erklärt. Thorsten Thane berichtet.

S3D mit wenig Platz

S3D mit wenig Platz


Erwartet wurden zu diesem Event rund 1,5 Millionen Besucher, tatsächlich kamen aber mehr als drei Millionen. Eine Tatsache, die schon einer »normalen Berichterstattung« erhebliche logistische Steine in den Weg legt. Denn weder auf der Autobahn selbst, noch auf den umliegenden Straßen gab es noch ein einigermaßen flüssiges Durchkommen. Ein S3D-Dreh, welcher bekanntermaßen einen bei weitem höheren technischen, personellen und logistischen Aufwand hat, scheint unter solchen Umständen daher völlig ausgeschlossen. Die Betonung liegt hierbei jedoch auf »scheint«, denn die Produktionsfirma Maritim Film aus Unterföhring machte das Unmögliche im Auftrag des Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) möglich. Unter der Leitung von Tom Forster und Maximilian Neumayer war ein 26 Mann starkes Team mit insgesamt vier S3D-Einheiten, drei EB-Teams in HD, einem Helikopter von Hans Ostlers HTM und zwei mobilen Avid-Schnittplätzen vor Ort.

Schon im Vorfeld der Veranstaltung war klar: Egal, was passiert, die Teams mussten trotz ihres 3D-Equipments so beweglich wie möglich sein. Was lag da näher, als zumindest eine S3D-Einheit auf einem Steadicamsystem zu montieren? Doch alleine dieser Ansatz war leichter gedacht, als er umzusetzen war. Denn allein das benutzte System, bestehend aus zwei HDC-P1 Kamerabodys mit Aufzeichnung auf den Flash XDR von Convergent Design, die über Lockits von Ambient Recording gesynct wurden, dem P+S Stereorig, Monitor und Akkus, wog bereits 32 Kilogramm. Fokus, Blende und Konvergenz wurden per cmotion geregelt. Inklusive Weste und Arm belief sich das Gesamtgewicht schließlich auf stolze 42 Kilogramm. Ein schwerwiegendes Problem. Und das nicht nur für Steadicam-Operator Martin Winkler. Auch bei der Wahl des entsprechenden Steadi-Arms war Fingerspitzengefühl gefragt, da weltweit nur wenige Exemplare ein derartiges Gewicht überhaupt tragen können. Zur Auswahl standen in diesem Fall der G70 von Tiffen (Tragkraft bis 32 Kilo, 17 400 Euro) und der PRO8 Arm von GPI (Tragkraft bis 33 Kilo, 21 500 Euro). Zum Einsatz kam letztendlich der PRO8 von GPI aufgrund seiner etwas besseren Verwindungsstabilität. Soweit die Theorie. Die Signale wurden über einen Waveform-Monitor Astro 3105 überwacht, ein 24'-Cine-tal diente zur Vorschau.


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