Technologie und Medienrealisation in Film und Video





PS-Cam X35 | Erfahrungsbericht    Ausgabe 11-12/11

Nichts zum Verstecken

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Eine Gruppe von »Bad Ass Bikers« versucht, einen Kämpfer dazu zu zwingen, in einem MMA-Käfig-Kampf zu schummeln. Während des Kampfes wird die zuschauende Motorrad-Truppe von Frauen verprügelt. Zum Schluss kommt heraus, dass es gar keine Frauen waren – »Bad Ass Bikers« eben. Alle Stunts und Kämpfe wurden in Slow Motion mit einem Prototypen der PS-Cam X35 von P+S Technik mit bis zu 450 Bildern/s gedreht. Ausschnitte hat P+S Technik im Big Screen Theatre auf der IBC gezeigt. Ruodlieb Neubauer hat einen der ersten Erfahrungsberichte mit der Kamera von Operator Joel Bergvall übersetzt.

Vor ein paar Wochen, genauer gesagt am 29. und 30. Juli sowie am 17. September konnte ich mit einem ziemlich coolen neuen Spielzeug, der PS-Cam X35 von P+S Technik drehen. Zwar kein packender Name, aber ein ziemlich spaßiges Arbeitsmittel – eine Kamera mit Super35mm-Sensor, die mit 1 bis 450 Bilder/s aufnehmen kann.

Zuvor waren wir alle gewohnt, den größten Teil ­eines Projektes auf einer A-Kamera wie der Alexa, Epic oder F3 zu drehen, um dann die Hochgeschwindigkeitskamera für jene paar Spezialschüsse hervor zu holen, von denen wir wissen, dass wir sie nicht auf ­irgend eine andere Art bekommen können. Das kostet extra und bringt den Zeitplan durcheinander. Weil die Kameras teuer sind, versuchen wir die Zahl der Hochgeschwindigkeits-Schüsse möglichst klein zu halten und in einen Tag zu packen, damit die Mietkosten möglichst klein bleiben – wenn wir die Kamera überhaupt bekommen.

Die X35 basiert auf der Überlegung, dass man mit ihr als A-Kamera das gesamte Projekt mit 24, 23,98, 25, 30, 50 oder 60 Bildern oder welchem Standard auch immer dreht, und eben auch seine Zeit­lupen. Wenn die A-Kamera schon 450 Bilder/s kann, wird man wahrscheinlich nur mehr in den wenigsten Fällen eine noch schnellere benötigen. High-Speed wird ein Arbeitsmittel, das man jeden Tag, jeden Schuss zur Verfügung hat. Ziemlich cool.

Aber 450? Ist das genug? Die Phantom oder die Weisscam drehen bei Bedarf doch mit tausenden von Bildern in der Sekunde! Wenn man sehen will, wie die Kugel aus dem Lauf einer Pistole kommt, mag die X35 nicht schnell genug sein. Meiner Einschätzung nach ist sie aber für 99,9 % der Highspeed-Anwendungen schnell genug.

Der Dreh für die »Bad Ass Bikers« in der Fight Academy in Pasadena war sehr von Mixed Mar­tial Arts (Vollkontaktkampf bzw. kurz MMA) inspiriert. Regisseur Nate Adams ist ein großer Fan dieses Sports, wir haben schon bei ziemlich vielen Produktionen zusammen gearbeitet. Er wollte eine Kampfszene drehen, in der die Schläge real sind und man sieht, wie die Leute getroffen werden.

Normalerweise versuchen die Schauspieler und Stuntleute den Schlag zu imitieren und man nutzt ausgefuchste Kamerawinkel und Bewegungen, um den tatsächlichen Aufschlag zu verdecken. Aber mit 450 Bildern/s gibt es nirgendwo etwas zu verstecken! Wenn man da drehen will, dass jemand im Gesicht getroffen wird, dann muss man ihn auch wirklich ins Gesicht schlagen. Ich habe keine Ahnung, was Leute wie Kelly Carter dazu bringt, sich freiwillig derart malträtieren zu lassen, aber im Hinblick auf die Aufnahmen bin ich dankbar, dass sie es taten. Wahrscheinlich stimmt es schon: »Schmerz vergeht, Film besteht...«


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Ausgabe
August / September 2019

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