Technologie und Medienrealisation in Film und Video
65. FILMFESTSPIELE CANNES | EVENTBERICHT    Ausgabe 08-09/12

Marketing-Fest

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Mehr denn je war Cannes diesmal ein Tummelplatz nicht nur der Stars, sondern auch der Sponsoren. Man half sich gegenseitig – die Schönen den Reichen, um zu glänzen, und letztlich ein gemeinsames Produkt herzustellen: das mondäne Festival in Cannes. Prof. Arnold Vahrenwald war auch in diesem Jahr wieder vor Ort.

 

Cannes wird modebewusst. Zum ersten Mal reihte sich ein Modekünstler – Jean-Paul Gaultier – in die Jury ein. Marilyn Monroes Foto, das die offiziellen Plakate des Festivals zierte, hätte auf das Cover eines – historischen – Modejournals gepasst, und dies sollte so sein, denn die Veranstalter begründeten ihre Auswahl: »Das Festival ist ein glamouröses Fest und Marilyn ist seine perfekte Inkarnation.« Jurymitglied Diane ­Krüger glänzte auch, insbesondere für Chanel. Cannes ist also das größte Festival des Marketing – nicht nur für die audiovisuelle Produktion. Gucci finanzierte mit Martin Scorseses Film Foundation den Film von Sergio Leone: »Once Upon a Time in America«. Swarovski kreierte Schmuckstücke für besondere Gäste des ­Festivals und Chopard oder L'Oreal gehören zu den Hauptsponsoren. Wer keine Karten für die Festspiele bekommt, darf wenigstens von der Aura des Festivals und der Stars und nicht zuletzt der bewerbenden ­Unternehmen in den Medien schnuppern.

Gefragt, ob das Festival nicht zu mondän geworden sein, wusste sein Leiter Thierry Frémaux: »Ja und nein. Ich bin überzeugt, dass das Festival mehr denn je auf der Höhe ist. Vielleicht deshalb, weil die anderen Festivals es weniger sind, vielleicht, weil Cannes nach wie vor diese merkwürdige Veranstaltung bietet, die für zwei Wochen aus einer kleinen Stadt die Welt­metropole des Films macht.« In dieser Zeit gesellen sich zu den 40 000 professionell Akkreditierten noch 100 000 weitere Gäste, wie der Bürgermeister von Cannes feststellte. Die Zeiten, in denen Fellini auf der Croisette spazieren gehen konnte, sind vorbei. Für die Stars ist es schwierig geworden, sich in einer Öffentlichkeit zu bewegen, die sehr kritisch ist und die nichts unbeachtet lässt – auch dank privater, mit dem Handy aufgenommener Videos. Es ändert sich eben nicht nur das Format, in dem sich die Filme für den Wettbewerb präsentieren: kaum noch 35mm, überwiegend digitale Produktion.


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