Technologie und Medienrealisation in Film und Video





BR-TATORT EIN NEUES LEBEN | Produktionsbericht    Ausgabe 11-12/12

Die Farbe des Geldes

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Kapitalistische Abgründe: Der BR-Tatort »Ein neues Leben« spielt im Milieu der Drückerkolonnen. Sonja M. Schultz traf Kameramann Frank Sthamer zum Gespräch über einen 16mm-Dreh in Blaugrün.

 

 

Ein Auto fährt einen Waldweg entlang. Es ist Nacht, nur die Scheinwerfer leuchten ins Dunkel. Aus dem geöffneten Fenster hängt eine Hundeleine und an der Leine ein Mann. Er stolpert neben dem Wagen her, zerrt am Riemen um seinen Hals, bettelt um sein ­Leben. Wenig später haben die bayerischen Hauptkommissare Ivo Batic (Miroslav Nemec) und Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl) ihren nächsten Fall: Eine ausgebrannte Karosserie und eine verkohlte Leiche wurden gefunden. »Ein neues Leben« heißt der Tatort, der diesen Herbst im Ersten laufen wird. Die Produk­tion der Olga Film GmbH nach einem Drehbuch von Fred und Léonie-Claire Breinersdorfer nimmt die Haustürverkäufer ins Visier, in deren straff organisierte Lebens- und Arbeitswelt sich Ivo Batic undercover einschleust. Bald zeigt sich: Das System der unbedingten Profitmaximierung fordert seine Opfer – und der Kapitalismus frisst seine Drückerkolonnen.

Wie lässt sich ein von Erfolgsdruck und Gewinngier gezeichnetes Milieu wie das der »Topseller« im Bügelfalten-Anzug gut darstellen? Was ist die Farbe des Geldes? – Blaugrün. Diese gestalterische Idee des Regisseurs Elmar Fischer stand am Anfang der Vor­bereitung zum Film. Danach begann die Recherche von DoP Frank Sthamer, um die passenden Mittel für eine kühle, von Spannung geprägte Atmosphäre zu ­finden, die den Film zwar nicht dominieren, aber doch immer wieder wie ein farbliches Motiv durchziehen sollte. »Warme Töne sehen für den Zuschauer gefällig aus. Aber Blaugrün wirkt eher unschön und ungewohnt und ist daher schwieriger umzusetzen. Also habe ich angefangen, Filme mit spezieller Lichtstimmung zu sichten, um herauszubekommen, in welcher Form Blaugrün für den Zuschauer nicht irritierend aussieht. Zum Beispiel braucht man in jedem Bild, in dem Blau oder Grün vorkommt, oft ein Weiß, Grau oder Hauttöne als Referenz«, berichtet Frank Sthamer.


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Ausgabe
Oktober / November 2019

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