Technologie und Medienrealisation in Film und Video
Die Geliebten Schwestern | PRODUKTIONSBERICHT    Ausgabe 08-09/14

Liebe zu dritt

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Keine Konventionen, bitte. »Die geliebten Schwestern« erzählt von einer Ménage-à-trois um Friedrich Schiller. Sonja M. Schultz sprach mit DoP Michael Wiesweg über einen Historienfilm, der es schafft, ganz modern zu sein.

Hingehen? Oder lieber ausschlafen? Die Pressevor­führung von »Die geliebten Schwestern« auf der Ber­linale war auf Samstag, 8.30 Uhr angesetzt. Ein fast dreistündiger deutscher Kostümfilm, der zu Zeiten von Sturm, Drang und Weimarer Klassik spielt – wird sich das frühe Aufstehen lohnen? Andererseits: ein Film von Dominik Graf, zehnfacher (!) Grimme-Preisträger, mit Hannah Herzsprung und Henriette Confurius in den Hauptrollen, fotografiert von Michael Wiesweg, der für seine Arbeit bereits den Bayerischen Filmpreis erhielt. Also doch den Wecker stellen. Und tatsächlich: Die Dreiecks-Liebesgeschichte zwischen dem jungen Dichter (Florian Stetter) und den Schwestern Caroline von Beulwitz (Herzsprung) und Charlotte von Lengefeld (Confurius) im Sommer 1788 gehörte zu den schönsten Filmen des Festivals. Die unkonventionelle, his­torisch nicht eindeutig belegte Beziehung der drei ist in sommerlich flirrenden, lebendigen Bildern inszeniert. Keine Spur vom schweren Staub deutscher Literaturgeschichte.

»Ich war von Anfang an von der Leichtigkeit ­begeistert«, berichtet Michael Wiesweg (BVK) von seinem Erstkontakt mit Dominik Grafs Drehbuch. Wiesweg, der unter anderem viele realistische Gegenwarts-Stoffe Thomas Arslans umgesetzt hat, arbeitete bei »Das Gelübde« (2007) das erste Mal mit Graf zusammen. Für beide war es auch der erste historische Stoff. Es folgten Fernsehproduktionen wie der packende Mehrteiler »Im Angesicht des Verbrechens« (2008) oder der TV-Film »Dreileben – Komm mir nicht nach« (2011), bei dem zumindest die Figurenkonstellation von zwei starken Frauen und einem Mann ähnlich ist. Nun also Schiller. Kalkuliert mit 50 Drehtagen, die für am Ende 180 Minuten nicht gerade üppig waren – zumal bei einer Produktion, die das 18. Jahrhundert auferstehen lässt. Schnell fiel die Entscheidung, mit der Alexa zu drehen, in Pro Res 4444. Denn durchgehend kamen zwei Kameras zum Einsatz, entweder in der gleichen Szene oder parallel beim Second Unit Team. Und bei der Arbeit mit Film hätte das hohe Dreh­pensum schnell das Budget gesprengt.


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