Technologie und Medienrealisation in Film und Video





Der müde Tod | RestaurierungsBERICHT    Ausgabe 03/16

Auferstehung

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Auf der vergangenen Berlinale feierte die mit Hilfe von Bertelsmann neu restaurierte Fassung von Fritz Langs »Der müde Tod« ihre glanzvolle Premiere. 95 Jahre nach der ursprünglichen. Anke Wilkening, M.A., Filmrestauratorin bei der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung, leitete die Restaurierung.

© Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung (Wiesbaden)

© Bertelsmann

 

Eine junge Frau bittet den Tod um das Leben ihres verstorbenen Geliebten. Er führt sie in einen Raum voller Kerzen. Es sind die Lebenslichter der Menschen, die dort brennen und verlöschen, sobald ein Leben zu ­Ende geht.

Drei sind schon weit heruntergebrannt, und wenn es ihr gelingt, nur eines vor dem Verlöschen zu bewahren, erhält sie ihren Geliebten zurück. In drei visionären Episoden – sie spielen an verschiedenen Orten und zu verschiedenen Zeiten im Orient, im Italien der Renaissance und im kaiserlichen China – erlebt sie das Schicksal und Scheitern ihrer Liebe. Und noch einmal gibt der Tod ihr eine Chance...

»Der müde Tod« zählt zu den bekanntesten Filmen Fritz Langs und zum Kanon des Weimarer Kinos. Und doch ist er in mancher Hinsicht ein verlorener Film. Wie kann das sein bei einem Film, der erhalten geblieben ist? Es fehlen die Farben. Im Gegensatz zur Handlung ist das ästhetische Konzept des Films nicht überliefert: Alle erhaltenen Kopien sind schwarz-weiß. »Der müde Tod« kam 1921 jedoch nicht als Schwarz-Weiß-Film ins Kino, sondern war viragiert (Einfärbung des Bild­trägers) und getont (Einfärbung der fotografischen Schicht).

Überlieferte Quellenmaterialien

Die erhaltenen Materialien sind in vielerlei Hinsicht nur noch Schatten dessen, was 1921 existierte. Weder ein Kameranegativ noch zeitgenössische Verleihkopien sind überliefert. Verfügbare 35mm-Kopien sind späte fotografische Generationen, da sie lediglich auf Um­kopierungen der originären Quellen beruhen. Die ­Datenbank von Gosfilmofond of Russia in Moskau verzeichnet ein Negativ mit deutschen Blitztiteln (Referenzbild zum Einsetzen der Zwischentitel), das 1972 vernichtet wurde. Möglicherweise handelte es sich ­dabei um eines der Kameranegative des Films. Deri­vate sind in verschiedenen Filmarchiven vorhanden, u.a. im Národní filmový archiv in Prag und in der Cinémathèque Royale in Brüssel. Auch das Filmmuseum München erhielt eine Kopie und rekonstruierte auf Grundlage der darin enthaltenen Blitztitel die origi­nalen Titel. Die zweite Quelle für kursierende Kopien ist ein Duplikat-Negativ des Museum of Modern Art in New York. Es wurde 1939 von einer Schwarz-Weiß-­Kopie gezogen, in die das MoMA englische Zwischen­titel eingefügt hatte. Die Kopie ist nicht erhalten. 


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Ausgabe
August / September 2019

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