Technologie und Medienrealisation in Film und Video
Snowdance 2016 | FestivalBERICHT    Ausgabe 03/16

Und nebenbei?

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Wieso nebenbei? Hauptsächlich gab es aus 247 eingereichten Filmen 20 Independent-Langfilme zu sehen, wobei die Bandbreite der Inhalte beim Snowdance-Filmfestival ziemlich groß war. Ruodlieb Neubauer berichtet.

 

Eine gute Wahl war die Doku »No Limits – impossible is just a word« als Eröffnungsfilm, in dem Tim und Nick Hahne (R: Tim Hahne, K: Julius Jacoby) die Vorbereitungen des Teams von Alessandro »Alex« Zanardi, Timo Glock und Bruno Spengler auf das 24-Stunden-Rennen von Spa zeigen. Nicht nur die Bilder haben es in sich: der ehemalige Formel-1-Fahrer Zanardi verlor 2001 bei einem Unfall in der Champ-Car-Serie beide Beine, kämpfte sich mit extremer Willenskraft und enormem Optimismus wieder hoch. Er baute sich u.a. Bein-Prothesen, mit denen er nicht nur gehen, sondern auch die Bremsen von Rennwagen betätigen kann. Seinen durchaus nicht als Schnecken bekannten Kollegen zeigte er nicht nur, was mentale Stärke bedeutet, sondern auch, wie man schnellere Rundenzeiten fahren kann. Und wie man vier Tage nach dem kräfteraubenden Rennen von Spa seinen Weltmeistertitel beim UCI-Paracycling (Handbike) verteidigen kann. Als nun achtfacher Paracycling-Weltmeister und zweifacher Paralympic-Sieger. Über www.no-limits-film.com sieht man den 60-Minüter per VOD auf Vimeo.

Auch beim Festival-Gewinner »The most beautiful thing in the world« von Danyael Sugawara, war sich die Jury nicht nur untereinander, sondern auch mit dem Publikum einig. Sugawara bringt u.a. eigene Erfahrungen mit den zuvor nicht gekannten Belastungen, die ein Kind für die Liebe frischgebackener Eltern zueinander und zum Kind selbst bedeuten kann, in den Film ein, wie er nach der Vorführung mit trockenem Humor kommentiert – »keiner erzählt einem das vorher«. Produziert auf Holländisch, versehen mit Untertiteln, fesselt der sehr emotionale, jedoch nie ins gefühlsduselige abrutschende Film trotzdem – durch die Regie, die das intensive Spiel seiner beiden Hauptdarsteller Maarten Heijmans und Sallie Harmsen gekonnt lenkt und gleichzeitig laufen lässt. Ein Film, der, wie Tom Bohn auch betont, bis in die letzte kleine Rolle nicht den bei Indies häufigen Fehler macht, sich auf die Hauptdarsteller zu stützen, und den Rest mit Bekannten und Verwandten zu besetzen.

Damit die Besucher etwas flexibler planen konnten, gab es einerseits eine Chance zu einem zweiten Kino-Termin, und im Likka hatte die Firma Delo die »Delo Media Lounge« ermöglicht. Dort konnte man sich die Filme auch auf einigen Macs zu einem selbst gewählten Zeitpunkt zu Gemüte führen.

Das Likka-Bistro war drei Tage vor dem eigent­lichen Beginn des Festivals auch der Ort des »Warm-Up«, bei dem Kurzfilme und Videoclips in noch familiärer Atmosphäre, als das für das Snowdance schon typisch ist, gezeigt wurden. Am Donnerstag sprach auch Jurymitglied Hannes Jaenicke über die Realisierung seiner Umweltdoku-Reihe »Hannes Jaenicke im Einsatz für...«, dessen ersten Film er zusammen mit seinem Kameramann Markus Strobel auch selbst ­finanziert hatte, weil alle angesprochenen Fernsehsender zuviel Mitspracherecht haben wollten.


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