Technologie und Medienrealisation in Film und Video





Diagonale 2018 | Festivalbericht    Ausgabe 04-05/18

Über Grenzen

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Jedes Frühjahr wieder. Filmemacher aus ganz Österreich pilgern nach Graz, sehen, zeigen und gesehen werden – die Rede ist selbstverständlich von Filmen. Die dritte Diagonale des Intendantenduos Schernhuber/Höglinger verschreibt sich der Empathie und der Grenzauslotung, und auch dieses Jahr mit dabei Christine Dériaz.

 

Schon das erste Bild von Nikolaus Geyrhalters Film »Die bauliche Maßnahme« beeindruckt: zwei Tankwaggons, darüber in verblasster Schrift die Bahnhofsschilder, links: Österreich, rechts: Italien, eine symmetrische Totale, die abblätternde Schönheit ein Symbol obsolet geglaubter Staatlichkeit. Schon die nächsten Bilder lassen ahnen, dass diese Idylle gestört werden soll. Via Radio und Fernsehen hört man die Ankündigung, dass ein Zaun errichtet werden soll, gegen gefürchtete Flüchtlingsfluten. Die anschließende Polizei-Pressekonferenz braucht weder Kommentar noch Schnitt, um sich als Realsatire zu entlarven. Zwei Jahre lang hat Geyrhalter am und um den Brenner gedreht, hat mit Menschen hier und dort gesprochen. 

Manche fürchten sich vor Flüchtlingen, die meisten eher nicht, was alle eint, dass sie keine Zäune in ihrem Land wollen, weil sich beiderseits der sogenannten Staatsgrenze die Menschen alle als Tiroler verstehen, ein Grenzzaun, egal wie kurz, ist für sie ein Affront. Die Kamera ist gewohnt präzise, die Bilder interessant, geben dem Inhalt einen Rahmen, und dem Auge ein Plus an Information. Die große Qualität neben den Bildern ist die Offenheit, mit der sich alle vor der Kamera äußern. Wie am Ende der zuständige Polizist, der den Container mit den immer noch unverbauten Maschenzaunrollen kontrolliert, sagt, dass er hofft, die Rollen blieben weiter in diesem Container eingeschlossen. Ein sehr verdienter Großer Diagonale Preis.


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Ausgabe
August / September 2019

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