Technologie und Medienrealisation in Film und Video
PRODUKTIONSBERICHT | STOP-MOTION-KINOFILM    Ausgabe 12/05

Stop Motion digital

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Nach dem Riesenerfolg Aardman Animation mit »Wallace & Gromit - Auf der Jagd nach dem Riesenkaninchen« läuft nun Teil 2 des großen Comebacks des handgemachten Stop-Motion-Trickfilms in den Kinos. Tim Burtons »Corpse Bride - Hochzeit mit einer Leiche« wurde mit digitalen Spiegelreflex-Kameras von Canon aufgenommen und in Apples Final Cut Pro geschnitten, als erster großer Stop-Motion-Kinofilm überhaupt. Jürgen Keuneke und Ruodlieb Neubauer haben Details aus dem Produktionsablauf gesammelt.

Stop Motion digital

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Etwas düsterer geraten als sein Vorgängerfilm »Nightmare before Christmas« und im Gegensatz zu diesem auf einer literarischen Vorlage basierend (einem alten russischen Märchen), könnte man das Erscheinungsbild von »Corpse Bride« folgendermaßen beschreiben: »der Geist des verstorbenen Edgar Allan Poe trifft in einem Trickfilm für Erwachsene den Geist des lebenden Trickfilm-Zauberers Tim Burton«. Dies bezieht sich aber nicht nur auf die - wieder einmal - perfekte traditionelle Animationskunst, sondern auch auf die Bearbeitung des Filmmaterials und ganz besonders auf die Qualität der aufgenommenen Bilder.
Denn er selbst steuerte alle Puppenentwürfe als handgezeichnete Skizzen bei - ihm ist damit das besondere künstlerische Design dieses makaber-originellen Trickfilms zu verdanken. Neben Burton ist es auch ein besonderer Verdienst von Production-Designer AlexMc Dowell, dass der Film optisch rund ist und auch mit den Kulissen und Sets einen reichlich expressionistischen Eindruck einer vergangenen viktorianischen Epoche macht. Anders als das britische Aardman-Studio arbeiteten Tim Burton und sein Team auch diesmal nicht mit Plastilin-Claymation-Puppen, sondern - wie bereits auch schon in seinem Kultfilm »Nightmare before Christmas« umgesetzt - mit Figuren, die aus einem Stahlskelett mit einem Silikonüberzug bestehen.
Im Vorfeld der Produktion führte DoP Pete Kozachik mit seinem Team umfangreiche Voruntersuchungen mit mehreren digitalen Standbild-Kameras durch. Ganz wichtig war dabei die Kamera-Konsistenz bei der Produktion Bild für Bild. Die Qualität der Aufnahmen musste mit den Ergebnissen, die bisher mit 35mm-Film erzielt wurden, vergleichbar sein - »Chicken Run« von Aardman Animations (2000), mit traditionellen Mitchell-Kameras aufgenommen, war dafür eine Messlatte. Zuerst mussten allerdings bestimmte Fragestellungen im Praxistest beantwortet werden. Es war z.B. nicht klar, ob die erzeugte Bildqualität unter bestimmten thermalen und nicht gerade trockenen Bedingungen immer stabil bleiben würde. Zusätzlich musste man sich ein System ausdenken, das mit einer digitalen Still-Camera eine komplette Animation-Vorschau am Set und trotzdem exakten Zugriff auf jedes einzelne Bild ermöglichte.


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