Technologie und Medienrealisation in Film und Video
ZENTRALSPEICHER BEI CPP | POSTPRO-TECHNIK    Ausgabe 04/12

Daten-Logistik

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Zentrale Speicher bilden die Stütze der Infrastruktur im Hause CinePostproduction schon von Beginn der digitalen Postproduction an. Das Unternehmen mit Niederlassungen in Berlin, München, Hamburg, Köln und Halle nutzt die Technologie von Bright Technologies, Systeme von Rorke Data werden in den Installationen in Berlin und München eingesetzt. Ruodlieb Neubauer sprach mit Jan Fröhlich, dem technischen Leiter der CinePostproduction.

 

Die CinePostproduction war eines der ersten Postpro-Häuser, das ein SAN einsetzte. Das war im Jahre 2005. »Zusammen mit Dreamwalks gingen wir dann 2007 in Richtung Bright, weil dies die einzige Lösung am Markt war und noch ist, die nicht nur auf Standard-IT-Speicher basiert, sondern auf die Bearbeitung von Mediendaten hin optimiert ist«, erklärt Jan Fröhlich, der die technische Entwicklung der CinePostproduction nun schon seit einigen Jahren betreut.

Bei Bright liegen die Bilddaten auf den Festplatten tatsächlich physikalisch hintereinander, sodass die Schreib/Leseköpfe verhältnismäßig wenig hin und her springen müssen. »Wir haben anfangs auch Standard-Geräte getestet, konnten dabei aber nur etwa die halbe Leistung erzielen.« Das System wird dabei so vorformatiert, dass es auf die zu erwartende Dateigröße angepasst wird. Im Falle der CinePostproduction sind dies zur Zeit DPX-Dateien im Bereich von 8 bis 12 MB pro Frame. Änderten sich die Workflows, würde man den Arbeitsbereich für andere Dateien entsprechend umformatieren.

Die Online-Partitionen, die zwar am schnellsten, allerdings auch am teuersten sind, weisen in der CinePostproduction eine Kapazität von je 100 Terabyte auf. In Berlin und München stehen jeweils zwei dieser Online-Speicher. Bei den Nearline-Speichern sind zwischen einem halben und einem ganzen Petabyte vorhanden, je nachdem, ob man die NAS-Server noch dazu zählt. Das zur Verfügung stehende Bandarchiv hängt von der Bestellung des Kunden ab.

Im Bereich des Bandarchivs bietet das Unternehmen die Lagerung im Regal als auch im Roboter an. »Wenn für einen Film sämtliche Auswertungen erstellt sind, kann es sein, dass auf ein LTO-Band viele Jahre nicht zugegriffen wird, meint Jan Fröhlich. Angesichts der Kosten für die Lagerung in einem Robotersystem ist es im Moment für einige Anwendungsszenarien wirtschaftlich sinnvoller, die LTOs manuell zu verwalten. Bei Bedarf wird das Band einfach wieder in den Roboter gegeben und komplett eingespielt oder auf ein neues Band umkopiert. Die Lagerung im Robotiksystem ist zum heutigen Zeitpunkt dann sinnvoll, wenn immer wieder auf die Daten zugegriffen wird.

Wie bei der Lagerung von Film wird die Temperatur und Luftfeuchtigkeit konstant gehalten. Die Archivierung erfolgt zudem doppelt, und zwar auf LTO-­Medien tatsächlich unterschiedlicher Hersteller, also nicht nur von Subverkäufern, welche die Bänder eines Herstellers unter verschiedenen Marken vertreiben. Damit will man vermeiden, dass beide Versionen ­defekt sind, wenn sich z.B. in einigen Jahren herausstellt, dass eine Charge einen Fertigungsfehler hatte wie zum Beispiel das Ablösen der Magnetisierung.

Anfänge

Den Beginn der digitalen Filmbearbeitung markierte in der CinePostproduction 1996 das Cineon System von Kodak. Mit den damals verfügbaren Speichermengen konnten jedoch nur Klammerteile von Spielfilmen, einzelne visuelle Effekte sowie Spots und Trailer bearbeitet werden.

Im Jahr 2000 war das Unternehmen dann deutschlandweit das Erste, das einen kompletten Spielfilm in 2K realtime nonlinear von einem festplattenbasierten Speicher bearbeiten konnte. Die »Specter Virtual Datacine«, die Philips damals dem Hochleistungs-Scanner Spirit zur Seite stellte, war der zentrale Server im Haus. Damals war das Gerät extrem fortschrittlich. Man war sich allerdings dessen bewusst, dass es erst ein Vorläufer einer Infrastruktur war, die später eine komplett digitale Nachbearbeitung eines Filmes am Rechner ermöglichen würde. Heute kennen wir dies als Standard-Postpro-Vorgang unter dem ­Namen Digital Intermediate.

2005 fing die CinePostproduction mit einem 25 Terabyte großen SAN als Zentralspeicher an. Man hat diesen seither kontinuierlich ausgebaut. Es begann auf Dual-Link-2-Gbit-Basis. Später stieg man auf 4 Gbit/s und dann 8 Gbit/s um. Heute wird 16 Gbit/s Fibre Channel langsam verfügbar.


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