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Technologie und Medienrealisation in Film und Video





Christian Berger Licht T1 | Workshop    Ausgabe 05/13

Licht-Denken

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Kameramann, Regisseur, Produzent und Autor Christian Berger, mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet (u.a. für die Kamera von »Das Weiße Band« von Michael Haneke), DoP prominenter Regisseure, Em. Univ. Prof. an der Filmakademie Wien, hält Gastvorlesungen an diversen internationalen Filmschulen. Im Rahmen eines mehrteiligen Workshops legt er seine Gedanken zum und Erfahrungen mit dem wichtigsten Werkzeug des Kameramanns dar: dem Licht. Das es gilt, zu sehen. Und zu denken.

Was hab ich vom Film geträumt! Endlich hatte ich eine Stelle als Kameraassi gefunden. Es gab wenig zu ­filmen und viel zu putzen. Die 35er-ARRIs (den Monster-Blimp aus den 50er Jahren eingeschlossen) die 16er- Standard, Zeiss- und Schneider-Objektive, ein Tricktisch war zu pflegen, Stative mit plumpen Friktionsköpfen, schwere Stufenlinser von 1 kW bis 5 kW, genauso schwere »Wannen«, ich glaub’, es gab sogar noch eine Kohlenbogenlampe. Klapprige Scheinwerfer-Tore, Verteilerböcke mit dicken, steifen und schweren Kabeln, Filterrahmen, Fahnen, ja, und jede Menge Stative mit jede Menge Sandsäcken usf…

 Abends war Kino. Was hab ich geschwärmt von Bergmann und »meinem« Sven Nykvist, von Antonioni, Bresson, J.L. Godard, Eric Rohmer und natürlich
Fellini… und ich hab sie alle vorgeführt. Oft sind mir dabei die Kohlestifte im Projektor zusammengebrannt, oder Akte durcheinandergeraten. Ich habe am Projek­tionsfenster geklebt – die Bilder da draußen auf der Leinwand haben mich mehr fasziniert als die Projek­toren in meiner Vorführkabine. Jedenfalls war Film für mich von Anfang an Licht, Bild und Ton.

 Damit wollte ich mein Leben verbringen. Das war Ende der 60er Jahre. Ich bin glücklich, es ist mir ­gelungen. Heute, nach ­einem spannenden Weg der ständigen Weiterentwicklung der Kameras, der Objektive, der Umkehr- und ­Negativmaterialien, überhaupt der »Werkzeuge«, bis hin zum oft fast religiös-fanatisch geführten Kampf des Digital versus Analog, finde ich das immer noch spannend. Und ich sehe mehr denn je als das bedeutsamste Werkzeug in unserem Beruf: das Licht.

 Nach einem großen Dreh-Bericht von »Ludwig II« in Professional Production im Jänner komme ich mit dem Chefredakteur Ruodlieb Neubauer ins Gespräch. Er macht mir den interessanten Vorschlag, einen mehrteiligen »Licht-Workshop« in schriftlicher Form zu verfassen. Das will ich gern versuchen. Ganz subjektiv aus meiner Sicht. Bin neugierig, wie das klappt und auch neugierig auf’s Feedback.


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