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Canon 50-1000 | ANWENDERBERICHT    Ausgabe 09-10/15

Wölfe im (Super-Tele-)Fokus

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Im Sommer drehte Naturfilmer Ivo Nörenberg hautnah an arktischen Wölfen mit dem neuen Canon 50-1000 (CN20x50 IAS H) und der ARRI Alexa Mini. Abends, oder wenn ein Sturm verhinderte, das Zelt zu verlassen, schrieb er seine Eindrücke und Erfahrungen damit auf.

© Gulo Film / Oliver Goetzl

© Gulo Film / Oliver Goetzl

 

Nach vielen Jahren konnte ich zusammen mit meinem Film-Partner und Regisseur Oliver Goetzl (Gulo Film Productions) Doclights davon überzeugen, einen ­monographischen Film über weiße arktische Wölfe zu produzieren – seit meiner Kindheit waren sie mein Traumthema gewesen. Arktische Wölfe leben fast ­unberührt von Menschen auf Ellesmere Island im nördlichsten Kanada. Die Insel liegt noch deutlich nörd­licher als Alaska, nur 1.000 km entfernt vom Nordpol. Mehr als halb so groß wie Deutschland, aber nur ca. 120 Einwohner. Die einzige Möglichkeit, dorthin zu ­gelangen, ist, ein Flugzeug ab Resolute Bay zu chartern. Und für das letzte Stück benötigt man einen ­Helikopter.

Wir leben hier für zwei Monate, im Juni und Juli, in einem Zelt in der Nähe einer Wolfshöhle. Selbst Anfang Juni ist die Landschaft noch schneebedeckt. Nachts fällt die Temperatur im Juni auf bis zu -9°C. Im Hochsommer werden es maximal +15°C.

Leider ist es ­extrem teuer, in die Arktis zu reisen. Zum Glück konnten wir auch den WDR, ARTE, Terra Marta, SVT und NHK Japan von dem Thema überzeugen. Das Kana­dische Fernsehen CBC, BBC und National Geographic WILD sind auch sehr daran interessiert. Ohne die Co-Partner wäre es unmöglich, diesen Film zu realisieren. Dank des Einsatzes und des Mutes von unserem Chefredakteur Jörn Röver ist das Traum­projekt zustande gekommen!

Schon auf dem Flugfeld von Eureka in Nunavut / Kanada, der nördlichsten Wetterstation der Welt, haben uns arktische weiße Wölfe begrüßt. Ein paar Tage ­später fanden wir in Zusammenarbeit mit Wolfs­forschern auch eine Wolfshöhle. Wir haben uns dann mit unserer Ausrüstung, Benzin und Essen für zwei Monate in der Wildnis absetzen lassen. Wegen des Schnees konnten wir die Quad-Bikes erst nicht verwenden. Als es getaut hatte, kam der sehr unebene Untergrund hervor. Un­angetastete Wildnis, keine Pfade oder gar Straßen, gar nichts. Selbst mit einem Quad-Bike ist ein Vorankommen schwer möglich. Wir müssen die Ausrüstung meistens kilometerweit auf dem Rücken durch die Tundra tragen.

Objektiv

Vor dieser Produktion hatten wir schon mit der Alexa und der Amira einen Film über den Yellowstone-Nationalpark für den NDR/Doclights und National Geographic gedreht und kannten also die kleinere Schwester der Alexa schon. Um keine Kompromisse in der Qualität einzugehen, wollte ich mit der ARRI Alexa Mini ­drehen – um Gewicht zu sparen, aber auch, weil eine kürzere Kamera im Handling deutlich einfacher ist.

Als Objektiv kam für mich nur das neue Canon CN20x50 IAS H wegen seiner überragenden optischen und mechanischen Qualität in Frage. Ich hatte die Idee zum  50-1000 mm vor zweieinhalb Jahren gehabt und Canon gefragt, ob sie nicht so etwas entwickeln möchten. Tatsächlich wurde mein Vorschlag mit großen ­Interesse angenommen und so konnte ich die Entwicklung über zwei Jahre begleiten. Es stellt einen deut­lichen Qualitätssprung gegenüber einem 2/3"-Objektiv mit Adapter dar. Keine Farbsäume mehr und die Schärfe wird beim Zoomen gehalten. Scharf bis in die Bildecken. Und absolut spielfrei beim Fokussieren.

Wegen des starken Windes muss ich hier relativ oft die Matte Box abnehmen, sonst wackelt die Kamera zu stark. Trotzdem habe ich selbst bei tief stehender Sonne und Gegenlicht hervorragend kontrastreiche Bilder mit sattem Schwarz. Nur wenn die Sonne ganz tief steht, muss ich die Matte-Box benutzen. Selbst wenn die Sonne in das Objektiv hinein strahlt, sind
die Bilder noch immer sehr gut. Wichtig sind auch die elf Blendenlamellen für schöne Sonnenstrahlen und ­Reflexionen, was bei 2/3"-Objektiven fast nicht zu ­finden ist. Man kann zwar mit Festbrennweiten arbeiten, um das letzte Quäntchen Schärfe noch herauszukitzeln, aber unserer Überzeugung nach ist mehr Flexibilität und schneller sein im Feld einfach wichtiger. Man holt für die Zuschauer mehr aus den kurzen Situationen heraus, die sich einem vor Ort bieten. Ich benutze das  50-1000 mm immer als Vario-Objektiv und zoome praktisch nie, aber wenn man die Schärfe nicht jedes mal neu einstellen muss, bringt das einen enormen Geschwindigkeitsvorteil.

Zum Glück wurde auch meinem Wunsch nach ­einem 1,5fach-Extender entsprochen, da ich mit der Qualität aller Zweifach-Extender bisher nicht zufrieden bin. Jetzt ist der Extender endlich auch einsetzbar, fast ohne Qualitätsverlust. An die 6,6 kg Gewicht spürt man natürlich schon, glücklicherweise spart die Alexa Mini einiges ein. Nur der Canon-Zoomgriff ist mir zu glatt. Er be­nötigt dringend eine Antirutsch-Gummibeschichtung. Bei abrupten schnellen Schwenks gleitet er mir aus der Hand. Im Camp habe ich ihn erst mal mit einer ­Feile aufgeraut. Den Griff habe ich mir noch leichter drehen lassen. Von Haus aus ist er so stabil, als wenn man damit einen Bär erschlagen wollte. Eine Gummibeschichtung würde auch bei Minusgraden helfen, der Alu-Griff wird doch verdammt kalt.

Auch der Rec-Taster geht mir zu schwergängig. Bei PreRecord wird der Moment des Auslösens mit aufgezeichnet und daher darf das Drücken des Aus­lösers nicht im Bild zu sehen sein. Den Return-Taster habe ich etwas nach oben versetzt, um ihn besser ­bedienen zu können. Sehr hilfreich ist, dass ich den Return-Taster in der Alexa Mini als Assign-Button ­verwenden kann. Ich benutze ihn, um in das Sucherbild zu zoomen und so schnell die Schärfe präziser einstellen zu können. Ein Hauch daneben, und es sieht nicht mehr richtig knackig aus. Die Schärfentiefe ist bei 1000 mm Brennweite und Super 35 nur hauchdünn, selbst auf große Entfernung. Und bei 1500 mm mit dem Konverter, den ich sehr oft einsetze, natürlich noch geringer.


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