Technologie und Medienrealisation in Film und Video





Petra Kammerevert | Interview    Ausgabe 02/17

Online-Abos auch im Ausland?

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Deutsche können ihre Online-Abos bald auch im Ausland nutzen. Wilfried Urbe sprach mit EU-Politikerin ­Petra Kammerevert, die als Mitglied des Kulturausschusses und Berichterstatterin im Rahmen des Film- und Kinokongresses NRW in Köln den aktuellen Stand der Verhandlungen diskutierte.

Petra Kammerevert © Film- und Medienstiftung NRW / Anna Kaduk

Petra Kammerevert © Film- und Medienstiftung NRW / Anna Kaduk

 

Vor nicht allzu langer Zeit ärgerte sich Jürgen Klopp darüber, dass er in Liverpool nicht die Fußballbundesliga schauen darf. Und das, obwohl der Fußballtrainer in Deutschland Abonnent von Sky ist.

Nicht nur Sportfans wie er, sondern auch viele deutsche Auslandsreisende stehen vor ähnlichen Problemen, wollen sie ihre abonnierten Onlinedienste wie Netflix oder Spotify ­außerhalb von Deutschland nutzen: Sport oder Filme werden geblockt, weil die Rechte für die Übertragung von den Besitzern der Rechte für jedes Land einzeln verkauft werden. Das soll sich bald ändern. Aber auch das Thema Geoblocking und nationale Quoten bei Bewegtbildinhalten sind aktuell wichtige Baustellen.

 

Professional Production:

Im Dezember 2015 hat die EU-Kommission die Verordnung zur »Portabilität von Online-Inhalten im Binnenmarkt« vorgelegt. Wie weit sind Sie mit der Umsetzung?

Petra Kammerevert:

Die Verordnung befindet sich zurzeit in den parlamentarischen Beratungen, die noch nicht ab­geschlossen sind. Der Rat hat allerdings einen gemeinsamen Standpunkt formuliert. Sobald das Parlament seine Beratungen abgeschlossen und einen Beschluss gefasst hat, was bald der Fall sein wird, treten wir in die Verhandlungen mit dem Rat. Bei dem Verordnungsvorschlag geht es um die Frage, inwiefern abonnierte Onlineinhalte – Dienste wie Netflix, Spotify oder Sky bei einem vorübergehenden Aufenthalt im Ausland genutzt werden dürfen. Die Konsumenten haben aus meiner Sicht ein Recht darauf, dass sie ihr Abo nutzen können, egal ob sie sich in Deutschland aufhalten oder nicht. Hier soll die Verordnung Rechtsklarheit schaffen.

 

Professional Production:

Dann ist die Durchsetzung der Verordnung im Grunde schon sichergestellt?

Petra Kammerevert:

Ja, beim grundsätzlichen Ziel sind sich weit­gehend alle einig, denn es ist nicht einsehbar, dass man Abonnements abschließt, die man im Ausland nicht nutzen darf. Die entsprechenden Verordnungen müssen vom Europäischen Parlament und vom Europäischem Rat jeweils beraten und eine Position gefunden werden, danach müssen sich die beiden Institutionen zusammensetzen und einen gemeinsamen Gesetzestext aushandeln, dem am Ende beide Seiten zustimmen können. Im Moment beraten wir die Vorschläge des Parlaments am Kommissionsentwurf. Während die Kommission Gesetzesinitiativen einbringen darf, können nur Parlament und Rat das Gesetz beschließen.


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Ausgabe
Oktober / November 2019

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