Technologie und Medienrealisation in Film und Video
news | Veranstaltungen    09.07.2020

Aktuelles Programm Filmmuseum München

Das Filmmuseum München führt im Juli sein erfolgreiches Programm »Filmmuseum München Online« fort und beginnt gleichzeitig ein neues Programm im Kinosaal des Filmmuseums.

Still aus THE WOMEN (1939) von George Cukor, Quelle: Filmmuseum München

Still aus THE WOMEN (1939) von George Cukor, Quelle: Filmmuseum München

 

Bis zum 2. August 2020 läuft im Kino des Filmmuseums täglich um 20.00 Uhr (außer montags) die Reihe »Leading Women«, u.a. der Klassiker THE WOMEN (1939) von George Cukor mit einer reinen Frauenbesetzung und ALICE DOESN‘T LIVE HERE ANYMORE (1975) von Martin Scorsese mit Ellen Burstyn als Sängerin und alleinerziehende Mutter, die mit ihrem Sohn ihr Glück in Kalifornien sucht. Die genauen Termine der Reihe sind auf der Website unter https://www.muenchner-stadtmuseum.de/veranstaltungen-filme zu finden. Verhaltensregeln für den Besuch des Filmmuseums in Zusammenhang mit der Corona-Pandemie sind auf der Website des Filmmuseums zu finden.

Im digitalen Raum wird das Filmmuseum München Online (https://vimeo.com/filmmuseummuenchen) fortgeführt. Das Programm vom 9. bis 16. Juli 2020 präsentiert in der Werkschau Mark Rappaport eine Premiere: L'année dernière à Dachau (Last Year At Dachau), eine Hommage an Alain Resnais‘ Film und eine gleichzeitige Verknüpfung mit dem Genre des »Holocaust-Entertainment«.

Der am 16. Juni verstorbene Filmemacher Wolf-Eckart Bühler war in den 1970er Jahren Autor der Zeitschrift Filmkritik und veröffentlichte insbesondere Texte über das »linke« Kino in den USA. Im Herbst 2015 zeigte das Filmmuseum eine Retrospektive seiner Filme, erste Veröffentlichungen auf DVD in der edition filmmuseum sind bereits erschienen. Im Online-Kino werden vom 14. Juli bis zum 2. August 2020 in fünf Programmen alle seine Filme jeweils für vier Tage zu sehen sein.

In der Reihe »Restaurierungen des Filmmuseums« wird der in München gedrehte Monumentalfilm HELENA. DER UNTERGANG TROJAS (1924) von Manfred Noa gezeigt, mit der Musikbegleitung von Joachim Bärenz und Christian Roderburg.

 

Filmmuseum München Online (https://vimeo.com/filmmuseummuenchen)

Der Zugang ist kostenfrei.

 

Werkschau Mark Rappaport

https://vimeo.com/showcase/7120639

 

Noch am Donnerstag, 9. Juli 2020:

Chain Letters (Kettenbriefe)

USA 1985 | Mark Rappaport | 96 Minuten | OF

»Neun Personen in New York erhalten einen Kettenbrief, der Spekulationen, und Verdächtigungen auslöst. Ein irritierendes Puzzle, das Monologe und Dialoge, Handlungsfetzen und Aktionen ineinanderflicht und Verwicklungen überzivilisierter, sexbesessener und selbstherrlicher Menschen konstruiert. Mit bitterem Sarkasmus sowie mit literarischen (auf Dickens und Borges) und filmischen (auf Billy Wilder) Bezügen gestaltet.« (filmdienst)

Private Screenings

USA 2017 | Mark Rappaport | 14 Minuten | OF

Was spielt sich bei Filmvorführungen ab, zu denen wir keinen Zugang haben? Wenn Muster-, Testaufnahmen oder fertige Filme angeschaut und beurteilt werden? »Churning emotions, anxieties, and explosive temperaments.« (Martina Müller)

 

Freitag, 10. Juli – Montag, 13. Juli 2020:

Sergei / Sir Gay

USA 2016 | R+B: Mark Rappaport | 36 Minuten | OF

Als Teenager zeichnet er seine Cartoons mit dem Namen Sir Gay – ein harmloses Wortspiel. Als Regisseur wünscht er sich das Glück eines Jean Cocteau, der Jean Marais in endlosen Großaufnahmen vergöttern konnte. »If only I could be as decadent as you«, sagt Mihailo Stanisavac als Sergei Eisenstein in einem fiktiven Monolog. Welche verbotenen Leidenschaften, Wünsche, Phantasien stecken in Eisensteins Filmen? Schlummern sie in halbnackten Matrosen in schaukelnden Hängematten, in jungen Männern, die in sexy Posen gefesselt, gefoltert werden wie der Heilige Sebastian? Was ist jenseits von Streik, Aufstand und Revolution in die Filmbilder eingeschrieben? Und was sagen diese verborgenen Hinweise eines Regisseurs über Repression und Zensur? (Martina Müller)

L'année dernière à Dachau (Last Year At Dachau)

USA 2020 | R+B: Mark Rappaport | 30 Minuten | OF

Premiere! Hommage an Alain Resnais’ L’ANNÉE DERNIÈRE À MARIENBAD verknüpft mit einer Dokumentation über die Dreharbeiten in den Gärten und Schlössern von Schleißheim und Nymphenburg im Winter 1960. 8-mm-Filmmaterial der Schauspielerin Françoise Spira, 2010 zusammengestellt und kommentiert von Volker Schlöndorff. Ein Making Of, in dem ein Ausflug des Filmteams in das nahegelegene Dachau zu sehen ist. Barockschloss und KZ, unvergleichbar und doch nebeneinander. Widersprüche und verblüffende Verbindungen zu Resnais’ NUIT ET BROUILLARD. Ein Drehen und Wenden des Filmmaterials ohne Scheu vor Spekulationen im Zusammenspiel mit Kubricks PATHS OF GLORY. Viel Weitblick und in Paranthese ein Genre, das sich als Holocaust-Entertainment etabliert hat: »Auschwitz porn, it’s show business or more accurately Shoa business.« (Martina Müller)

Tati vs Bresson: The Gag

USA 1971 |R+B: Mark Rappaport | 20 Minuten | OF

An was erinnern wir uns: an Bilder oder Töne? Der Soundtrack brennt Bilder in unsere Erinnerung, die es nie gab. Der Ton ist keine Beigabe, schon gar nicht bei Jacques Tati und Robert Bresson. In ihren Filmen sind Bild und Ton gleichberechtigte Partner, mehr noch: Töne sind die Meister der Bilder. Ein überraschender Vergleich zwischen Regisseuren, deren Filme auf den ersten Blick kaum etwas gemeinsam haben. (Martina Müller)

 

Wolf-Eckart Bühler (1945—2020)

Dienstag, 14. Juli – Freitag, 17. Juli 2020:

Leo T. Hurwitz: Filme für ein anderes Amerika

BRD 1980 | R: Wolf-Eckart Bühler | B: Wolf-Eckart Bühler, Felix Hofmann | K: Andreas Köbner | 44 Minuten

Der unabhängige Dokumentarfilmer Leo T. Hurwitz drehte 50 politische Filme außerhalb der Filmindustrie, erhielt zeitweise Berufsverbot, war Guerillakämpfer in der kapitalistischen Welt und ist dennoch in keiner Filmgeschichte erwähnt. Wolf-Eckart Bühler schließt diese Lücke mit einem Porträt.

Über Irving Lerner

BRD 1981 | R+B: Wolf-Eckart Bühler | 11 Minuten

Wolf-Eckart Bühler verfasste Hefte der Zeitschrift Filmkritik über John Ford, Howard Hawks und Piratenfilme, sein Text »Tod und Mathematik« brachte den damals weitgehend vergessenen Regisseur Irving Lerner durch dessen Film MURDER BY CONTRACT (1958) wieder ins Bewusstsein.

Innere Sicherheit: Abraham Polonsky

BRD 1981 | R+B: Wolf-Eckart Bühler | K: Carlos Bustamante, Karl Düttmann | 44 Minuten

Abraham Polonsky, Regisseur und Drehbuchautor mit nur drei Filmen, stand aufgrund seiner Mitgliedschaft in der kommunistischen Partei zwischen 1958 und 1968 auf der Blacklist von Hollywood.

 

 – Restaurierungen des Filmmuseums

https://vimeo.com/showcase/6977503

Donnerstag, 9. Juli bis Montag, 13. Juli 2020:

Helena. Der Untergang Trojas

Deutschland 1924 | Regie: Manfred Noa | Buch: Hans Kyser, nach der Ilias von Homer | Kamera: Gustave Preiß, Ewald Daub | Besetzung: Edy Darclea, Wladimir Gaidarow, Hanna Ralph, Carlo Aldini, Albert Bassermann, Carl de Vogt, Albert Steinrück, Adele Sandrock | 219 min (Teil 1 »Der Raub der Helena« 100 min, Teil 2 »Die Zerstörung Trojas« 119 min) | viragiert | Musik: Joachim Bärenz, Christian Roderburg

In München und am Wörthsee mit großem Aufwand und internationaler Besetzung verfilmte Geschichte um den Raub der Helena, der zu einem jahrelangen Kampf zwischen Griechen und Trojanern führt. Der in zwei Teilen gedrehte Film war die bis dahin mit Abstand teuerste Produktion der Emelka (M.L.K. = Münchner Lichtspielkunst). Er lief in unterschiedlichsten Versionen und Bearbeitungen in vielen europäischen Ländern und erntete sogar in Amerika höchstes Lob: »It is a brilliant production in every way. As a spectacle carrying the imprint of truth and realism it would make D.W. Griffith sit up and consider his laurels, while the acting has never been bettered from the anonymous leads to the tiniest small part.« (Variety) Das Filmmuseum München hat den vergessenen Klassiker über viele Jahre hinweg aus verschiedenen ausländischen Kopien rekonstruiert.

www.muenchner-stadtmuseum.de/film



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