Technologie und Medienrealisation in Film und Video
DIE GUSTLOFF | PRODUKTIONSBERICHT    Ausgabe 03/08

Geschichte nahe gebracht

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Nach »Dresden« und »Die Flucht« setzt sich die Reihe von TV-Spielen über deutsche Kriegskatastrophen fort. UFA-Produzent Norbert Sauer realisierte »Die Gustloff« als hochbudgetierten ZDF-Zweiteiler, verfilmt von Joseph Vilsmaier und DoP Jörg Widmer. Sonja M. Schultz befragte das Team zur Chronik eines Untergangs.

Geschichte nahe gebracht

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»Das Ganze ist ein bisschen kurios verlaufen,« erzählt Norbert Sauer. Der Produzent der UFA Filmproduktion traf seinen Freund Joseph Vilsmaier auf der Berlinale vor zwei Jahren. Locker fragte man sich an der Bar: »Und was machst du so?« »Ich sagte, ich mache die Gustloff,« so Sauer. Darauf Vilsmaier: »Ich auch!« Seit einiger Zeit häufen sich die Produktionen, die ausschließlich die deutschen Opfer des Zweiten Weltkrieges in den Mittelpunkt rücken. Während Joseph Vilsmaier bvk an einem Konzept für einen Kinofilm arbeitete, hatte Norbert Sauer bereits die von Autor Rainer Berg verfassten Bücher vorliegen, die den Regisseur schließlich überzeugten, die Schiffskatastrophe gemeinsam mit der UFA Filmproduktion als TV-Event zu gestalten. Auch beim ZDF waren Interesse und Unterstützung groß, doch es verging einige Zeit, bis die gesamte Finanzierung von mehr als 10 Mio. Euro gesichert war, berichtet Sauer: »Es ist heute nicht einfach, die Förderungen zu großen Fernsehprojekten zu überreden, weil sie sich ja im Wesentlichen fürs Kino verantwortlich fühlen.« Doch letztlich setzte sich das Projekt durch: Das ZDF trug fast 60% der Kosten, die Förderungen (Filmstiftung NRW, Medienboard Berlin-Brandenburg, Mitteldeutsche Medienförderung, FFF Bayern) übernahmen ungefähr 30% und die UFA 10%.
Als Kameramann wurde Jörg Widmer bvk gewonnen, der nicht nur mit Joseph Vilsmaier, sondern auch mit dem Genre der so genannten NS-Retrofilme vertraut ist (u.a. »Der Pianist«, »Aimée & Jaguar«, »Comedian Harmonists«, »Schindlers Liste«) und als einer der renommiertesten Steadicam-Operatoren Deutschlands gilt. Für die UFA hatte er im vergangenen Jahr »Die Frau vom Checkpoint Charlie« fotografiert. »Und wir waren ganz begeistert von seiner Arbeit, weil er mit einer sehr bewegten Kamera arbeitet,« erinnert sich Norbert Sauer: »Wir wollten für die >Gustloff< auf jeden Fall jemanden, der immer mitten im Geschehen ist.« Tatsächlich ist der Handkamera-Anteil im fertigen Film sehr hoch. »Höher als man denkt,« so Widmer: »Der zweite Teil ist fast ausschließlich mit Handkamera aufgenommen.«


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