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WELTWEIT | PRODUKTIONSBERICHT    Ausgabe 03/09

Auf nach Sibirien

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Kamera-Autor Kalle Kaub drehte für die Redaktion »Weltweit« des WDR mit der PMW-EX1 eine Doku über eine Übersiedelung. Allerdings eine nicht ganz alltägliche. Es ging vom Ruhrpott nach Sibirien. Ruodlieb Neubauer berichtet von den Erfahrungen beim Dreh in eisiger Kälte.

Auf nach Sibirien

Auf nach Sibirien

Kalle Kaub, der neben seiner Muttersprache Deutsch noch Englisch, Russisch, Spanisch und Französisch spricht, arbeitete acht Jahre lang bei der BBC als Shoot-Edit, also einer Kombination aus Kameramann und Cutter. 12 Jahre war er praktisch in allen Kriegs- und Krisen-Gebieten im Einsatz. Mit der BBC war er auch vier Jahre lang in Moskau stationiert und bereiste von dort aus die gesamte Sowjetunion. Heute arbeitet Kaub, der gerne Reportagen und Dokus über Menschen und Kulturen im unbekannten Ausland dreht, als selbstständiger Kameramann, Cutter und Autor. Während er in der Zeit bei der BBC eine Betacam SX auf der Schulter hatte, möchte Kaub »mit dieser kleinen handlichen Ausrüstung, die man schön in einen Rucksack packen kann, Zugang zu etwas unwirtlicheren Gegenden bekommen, wo man mobil sein muss. Ein großer Vorteil ist für mich, wie man mit dieser Kamera während des Drehs den Augenkontakt zu den Protagonisten halten kann. Ich kann gleichzeitig drehen und Fragen stellen, habe den LCD-Monitor im Auge, und die Blickrichtung passt ebenfalls. Mit einer großen Kamera verschreckt man oft die Leute.« Kaub hat eine Technik entwickelt, durch die er bei der kleinen PMW-EX1 ohne Stabilisierung, sondern nur mit den Armen als Stütze auskommt und die Kamera von unten fixiert. Blende und Schärfe zieht er dabei anders herum als üblich, doch daran hat er sich nach eigener Aussage relativ schnell gewöhnt. »Zwischendurch mache ich ganz gerne ein paar Sequenzen vom Stativ (Sachtler Speed Lock 75 CF mit Kopf DV 6 SB), ganz klassisch aufgelöst, um etwas Ruhe ins Geschehen zu bringen und dem Zuschauer einfach ein paar schöne Bilder zu bieten. Denn davon lebt Fernsehen ja.«
Im Film begleitet Kalle Kaub das russlanddeutsche Paar Wowa und Julia, er 37, sie 27, die zur Zeit der Perestrojka zusammen mit ihren Familien und mit ein paar Koffern nach Deutschland gekommen waren. Nach 14 Jahren reift in beiden die Erkenntnis, dass es zwar schön in Deutschland ist, aber dass sie wohl in Sibirien bessere Chancen haben und sich dort ein neues Leben aufbauen wollen. Kaub fährt das erste Mal mit der Kamera im Sommer beim Umzug mit nach Russland. Start der Reise ist Dortmunds Stadtteil Derne, der einst vom Bergbau geprägt war. Heute ist die Zeche geschlossen, nichts geht mehr. Frohen Mutes packen Wowa und Julia Auto und Anhänger und tuckern mit 80 km/h in Richtung Osten, 7000 km weit.


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