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Dortmund Tanzt | PRODUKTIONSBERICHT    Ausgabe 05/12

Dortmund in (S3D-)Bewegung

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Dortmund, sechstgrößte Stadt Deutschlands, funktioniert mit dem unsichtbaren Herzschlag von DSW21. Als Aufführung, als Film in 3D und 2D sowie als Leitthema für den Geschäftsbericht wird dies sichtbar gemacht. Ruodlieb Neubauer sprach mit dem ausführenden Produzenten Thomas Steffen von DSW21 und Regisseur Ivan Sertic von ZOOM-Entertainment über ein ungewöhnliches S3D-Projekt für die Großleinwand, das mit Stereo-Kameras von Panasonic gedreht wird.

 

»›Dortmund tanzt‹ ist eine Geschichte über die Frage ›Was treibt den Menschen an, zu tanzen?‹. Die Idee, sich über Tanz zu verändern, ist auch ein Sinnbild für das Ruhrgebiet, das sich seit den 1800er-Jahren ­eigentlich nur durch den Wandel charakterisiert«, meint Thomas Steffen von DSW21. »Während man von Amsterdam, München, London oder anderen Metro­polen eine feste Vorstellung einer Stadt hat, ist das Ruhrgebiet im Grunde genommen eine Tanzfigur, die sich ständig weiter entwickelt, immer höher und schneller wird. Ein Ort, an den immer wieder Menschen neu hinzuziehen, sich dort neu treffen, und sich neu bewegen. Also keine klassische Stadt, wo die ­Leute schon seit zehn und mehr Generationen leben.«

Dieses Bewegen in Tanz zu übersetzen, ist das Thema der Choreografie von Ballettdirektor Xin Peng Wang, die am 7. Juli im Großen Haus in Dortmund ihre Welt-Uraufführung erlebt. Vergleichbare Ansätze gibt es in anderen Städten des Ruhrgebietes, die sich mit Fragen beschäftigen wie »Was ist Heimat?«, »Wo ­gehen wir hin?«, »Was ist Fußball?«. Verschiedenste Versuche also, die Identität des Raumes erfassen zu können. »Da das Ruhrgebiet eine sehr urbane Struktur hat, sind hier verschiedenste Tanzformen wie Breakdance und Hip Hop und praktisch alle die Tänze, die wir aus amerikanischen Großstädten kennen, ein Teil dieser Kultur«, erklärt Thomas Steffen. »Der reine Funktionsraum Dortmund und Kultur – ein höchst interessanter Widerspruch. Es ist ja keine Stadt wie Salzburg, Wien oder Paris, mit denen man sofort Kultur­begriffe assoziiert.«

Den Raum erfassen. Tanz gleich Aktion im Raum. Eigentlich liegt es nahe, dies in S3D zu zeigen. Thomas Steffen und Ivan Sertic, Geschäftsführer von ZOOM-Entertainment, erarbeiteten gemeinsam ein Konzept und entwickelten dann den Stoff. Ivan Sertic führt ­Regie. Das Projekt lebt stark von der Zusammenarbeit im Team, wie beide betonen. Der Film entsteht in Produktionspartnerschaft von DSW21, dem Unternehmensverbund für die Infrastruktur von Dortmund (Mobilität und Logistik, Energie und Wasser, Lebensräume und Datennetze) und ZOOM-Entertainment.

Die Produktionsfirma arbeitet schon seit gut zehn Jahren mit DSW21 zusammen. »Mit dem Thema ›S3D‹ beschäftigen wir uns schon sehr lange«, erzählt Ivan Sertic. »Wir haben bereits lokale Kino-Werbespots in S3D gemacht, natürlich auch für DSW21 und viel Erfahrung mit der Konvertierung von bereits gedrehten Kino-Werbespots in S3D gesammelt.« Zur Zeit unseres Gespräches hatte man den 27. Drehtag hinter sich und rechnete noch mit zehn bis fünfzehn weiteren.

Neben rein dokumentarischen Teilen beinhaltet der Film auch inszenierte, in denen der Fokus auf dem Tanz und der Choreografie von Xin Peng Wang liegt. Ergänzt und praktisch erklärt werden diese durch einen der dokumentarischen Erzählstränge, in dem der international renommierte Künstler von der Entwicklung bis zur Aufführung des Stückes begleitet wird. »Da mussten wir als Produktionsfirma sehr flexibel reagieren, weil sich sehr oft Termine änderten, oder die Tänzer anders eingesetzt wurden.« Ein anderer Erzählstrang zeigt, was diese Tänzer bewegt. »Wir haben da sehr viele Parallelen zwischen einem Hip-Hopper, einem Breakdancer, einer Ballett-Tänzerin oder auch einem Ballett-Tänzer gefunden. Sie kommen aus den verschiedensten Ecken der Erde, und haben doch sehr ähnliche Lebensgeschichten«, erzählt Thomas Steffen: »Ob Rumänien, Kuba, Brasilien, Castrop-Rauxel oder München. Alle haben sie mit einer Leidenschaft und einer Idee begonnen, manche sind von zu Hause weg gegangen, um nie wieder zurückzukehren, um hier ihre Lebensbestimmung zu finden. Das Ruhrgebiet ist der Ballungsraum mit der höchsten Migration in Deutschland. Die Leute verlassen ihre Heimat, um dort ihr wirtschaftliches Glück zu finden.«

Für die Tänzer gibt es keine Alternative zum Tanz. Für sie ist es die Arbeit, ist es das Leben. Dabei hängt besonders über Tänzern das Damokles-Schwert einer engen zeitlichen Begrenzung. »Wir wollten zeigen, was einen Tänzer antreibt, eine relativ lange, harte Ausbildung zu absolvieren, und gleichzeitig zu wissen, dass spätestens mit vierzig Jahren Schluss ist«. Aber auch in einem Produktionsbetrieb kann man heutzutage nicht mehr 30 Jahre lang arbeiten. Und trotzdem träumen beide von Stabilität. Die Arbeiter und die Tänzer.

Dazu kommen ganz andere Arbeitsabläufe, Arbeitszeiten, von denen der normale Zuschauer gar keine Ahnung hat. »Oft werden Tänzer gefragt: ›Ihr seid Tänzer. Ah ja. Und was arbeitet ihr sonst? Womit verdient ihr euer Geld?‹«, erzählt Thomas Steffen. Wie hart dieser Beruf ist, wie viel Leidenschaft er benötigt, das wissen nur Wenige. »Und was passiert eigentlich mit den Leuten danach? Das alles ist in den Produktionsprozess von ›Dortmund tanzt‹ eingebettet, der vom Team mit dem Film dokumentarisch begleitet wird.«

Equipment

Gedreht wird mit zwei bis drei Panasonic  AG-3DA1, dazu kam eine neue Panasonic HDC-Z10000. Ivan ­Sertic: »Wir wussten, dass wir bei diesem Dreh meist sehr schnell reagieren müssen. Da kam uns das ­Konzept der Point-and-shoot-S3D-Kameras sehr entgegen. Wir haben dabei eben keine langen Aufbauzeiten für Stereo-Rigs. Wenn man die Möglichkeiten der Kadrage dieser Kameras gut kennt, weiß man relativ schnell, wie man sein Bild gestalten kann bzw. wie nicht. So ein Projekt wäre mit klassischen S3D-Rigs nur mit erheblich größerem Aufwand machbar.« Die Kameras wurden z.T. auf ein Glidecam-System montiert und konnten damit gut verfolgt werden. Manchmal wurde die  AG-3DA1 auch auf einen ABC-100 Kran mit ABC-Remote-Kopf montiert, der von Verleiher Pille Film Wiesbaden/Köln kam und der dieses Projekt ebenfalls als Partner unterstützt. »Die kleinen Kameras waren für uns sehr wichtig, um beim dokumentarischen Dreh manche magischen Momente zu bekommen. Wenn z.B. der Tänzer merkt, dass er zusammen mit seinem Raum funktioniert. Und ganz einfach die Kameras vergisst«, erzählt Ivan Sertic.

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