Technologie und Medienrealisation in Film und Video
Dreamwalks 10 FLAME 20 | FIRMENJUBILÄUM    Ausgabe 05/12

Kombi-Fete

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Zur Zeit befindet man sich bei Dreamwalks in Feierlaune – am 27. April feiert man gleich zwei Jubiläen: 10 Jahre Dreamwalks, und 20 Jahre Autodesk Flame. Ein Autodesk Usergroup Meeting gibt's dazu. Ruodlieb Neubauer sprach mit zwei Firmeninhabern, mit Patric Breuer und Robert Coulin.

 

Eigentlich entstand Dreamwalks 2002 aus einem Teil von Autodesk Deutschland. Ganz offiziell zum ­Jahresende 2002, im November, nachdem im Sommer bekannt geworden war, dass eine größere Restrukturierung bei Autodesk Europa im heutigen Bereich »Creative Finishing« anstand. Alle Büros, außer jenes in London, sollten geschlossen und etwa 40 bis 50 Personen entlassen werden. Seit 1999 war man eine Tochter von Autodesk, nachdem diese Discreet Logic übernommen und mit ihrer 1996 gegründeten Tochter Kinetix (3D Studio Max) verschmolzen hatte. Daher auch das »Discreet, a division of Autodesk«, das man eine Zeit lang im Namen führte. Ab 2004 hieß es dann nur noch Autodesk GmbH, nur die Produkte hatten noch das »Discreet« im Namen. Schließlich wollte man diesen Namen nicht zu abrupt in der Versenkung verschwinden lassen und die Anwender auch seelisch ­hinüber zu Autodesk mitnehmen. Schließlich stand »Autodesk« damals für das höchst erfolgreiche Autocad, aber die Künstler, das war die Discreet-Fraktion. Um zu verstehen, welchen Klang »Discreet« damals in der Branche hatte, muss man ein bisschen weiter ausholen. Da passt es gut, dass Dreamwalks gleichzeitig noch etwas anderes feiert.

20 Jahre Flame. Angesichts heutiger Produkt-­Zyklen eine enorm lange Zeit. Besonders für ein System, das eigentlich aus Software besteht, die sich ­allerdings auf eine möglichst leistungsfähige Hardware stützt – und deswegen immer als approbiertes Gesamtpaket verkauft wurde. Nicht viele können sich noch das damalige Marktumfeld vorstellen: Quantel hatte seit 1981 die Paintbox zur digitalen Grafik-Bearbeitung von Einzelbildern (!) am Markt, mit vielen Funktionen, die man heute aus Adobes Photoshop gewohnt ist. Später sollten noch gerichtliche Auseinandersetzungen folgen, u.a. zwischen Quantel und Adobe.

1986 folgte jedenfalls der Harry als Compositing/Editing-System, das gerade mal 80 Sekunden an Broadcast-Material aufnehmen und editieren konnte. In PAL bzw. NTSC wohlgemerkt. Von digitalem HD war noch keine Rede. 1992 ging dann der Henry an den Start. Die Systeme arbeiteten auf einer von Quantel entwickelten Hardware auf Basis von Transputern ­(Parallel-Prozessoren), einem eigenen Betriebssystem und eigenen Disk-Arrays. Den Markt dominierten allerdings Online-Mischer. Die hatten manchmal sogar ­einen Speicher für Standbilder eingebaut, die man über die Bilder legen konnte. Und zwischen 1993 und 1997 gab es auch noch das Cineon von Kodak. Dieses war für Produktionen in 2K oder sogar 4K gedacht, hatte aber nur einen kleinen Fehler: es war seiner Zeit viel zu weit voraus. Festplatten waren noch viel zu klein und zu langsam, und wenn man sich ansieht, wie wenig RAM damals wie viel Geld kostete, glaubt man es heute fast nicht. 1996 stellten die Philips-Techniker aus Weiterstadt die mit einer Drei-CCD-Kamera-Einheit von Kodak ausgestattete Spirit DataCine vor, die Film in 2048 x 1556 RGB scannen und als 2K-DPX-­Files ausgeben konnte. Zwar gilt »Pleasantville« von 1998, in dem das Bild Stück für Stück farbiger wird, als erster Digital-Intermediate-Film, doch von Festplatten herunter farbkorrigiert wurde erst »O Brother, ­Where Art Thou?« im Jahre 2000. Denn 1999 hatte man Spirits Bruder im Geiste, die Virtual Data Cine Specter vorgestellt, praktisch ein Festplatten-Array, das sich z.B. durch das Farbkorrektur-System Pandora Mega Def so steuern ließ wie ein Spirit Filmscanner.

Wurzeln

Discreet Logic wurde 1991 von Richard Szalwinski in Montreal gegründet, um das 2D-Compositing-System »Eddie« der australischen Animal Logic zu vermarkten. Szalwinski kannte sich in der Branche aus, war er ja zuvor Sales-Director von Softimage gewesen. Eddie stammte übrigens von dem australischen Software-Ingenieur Bruno Nicoletti, der später »The Foundry« gründete. 1992 einigte sich Discreet Logic mit Soft­image auf ein europäisches Distribu­tionsabkommen und verlegte sich auf das Compositing-System »Flame« des Australiers Gary Tregaskis. Flame war eines der ersten Systeme, das nicht auf dezidierter Hardware aufbaute, sondern auf SGI-Hochleistungsworkstations von der Stange. Nun ja, Massenware baute die 1981 gegründete Firma selbst für damalige Verhältnisse eigentlich auch nicht wirklich. Man hatte, basierend auf MIPS-RISC-Mikroprozessoren und dem IRIX-Betriebssystem, mit Grafik-Workstations in der Rendering-Welt einen wohlklingenden Namen erworben. Immerhin hatte SGI 1992 mit dem R4000 den ersten 64-Bit-Prozessor am Markt, und in die Origin 3000 floss Technologie ein, an die man durch den Kauf des Supercomputer-Herstellers Cray 1996 gekommen war.


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