Technologie und Medienrealisation in Film und Video
| fernsehen  |  film  |  recht    Ausgabe 05/12

Lang-Läufer

- Anzeige -

Vor kurzem war der Tatort-Vorspann ob seines Alters ein Diskussionspünktchen in den Medien. Ebenfalls um seine Laufzeit, allerdings aus einem urheberrechtlichen Blickwinkel, ging es bereits in einer »Diskussion« vor Gericht. RA Dr. Heidrun Huber berichtet.

2500 DM hat eine Grafikerin und Trickfilmerin als Pauschalvergütung für die Erstellung des Storyboards und für ihre Mitwirkung bei der Verfilmung des legendären Tatort-Vorspanns erhalten. Der Vorspann läuft seit ­etwa 40 Jahren. Nun forderte sie vom Bayerischen Rundfunk und vom Westdeutschen Rundfunk Auskunft über die Erlöse, die die Sender durch die exorbitante Nutzung »ihres« Vorspanns erwirtschaften konnten und auf Grundlage dieser Auskunft eine Nachver­gütung. Auch wollte sie als Urheberin genannt werden. Da sie außergerichtlich nichts erreichte, zog sie vor das Landgericht München. Und zunächst sah es auch gut für sie aus.

Im Vorspann des Tatorts sind die Augenpartie ­eines »Opfers«, ein Fadenkreuz und die Beine eines davonlaufenden Täters zu sehen. Er ist über den gesamten Zeitraum von 40 Jahren unverändert geblieben. Dem Bayerischen Rundfunk und dem Westdeutschen Rundfunk seien durch die Nutzungen Vorteile entstanden, die in einem auffälligen beziehungsweise groben Missverhältnis zu der ihr bezahlten Pauschalvergütung stehen würden, argumentierte die Klägerin vor Gericht. Aus § 32a Urheberrechtsgesetz – dem so genannten Fairnessparagrafen – stünden ihr als Urheberin des Storyboards und Miturheberin der Verfilmung des Vorspanns Ansprüche auf Auskunft und Nachvergütung, sowie auf Urheberbenennung zu.


<< zurück
- Anzeige -

Abonnieren Sie unseren Newsletter.

Mit der Anmeldung nehme ich folgende Informationen zur Kenntnis:

Ihre Angaben werden entsprechend den gesetzlichen Bestimmungen zum Datenschutz verarbeitet, genutzt und insbesondere nicht ohne Ihre Zustimmung an Dritte weitergegeben. Wir erheben, verarbeiten und nutzen die von Ihnen angegebenen personenbezogenen Daten nur zum Zwecke der Zusendung unseres Newsletters. Sie können der Verarbeitung und Nutzung Ihrer E-Mail-Adresse im Newsletter jederzeit widersprechen und sich abmelden. Hierzu klicken Sie bitte in der E-Mail auf den entsprechend gekennzeichneten Link, Ihre Daten werden dann gelöscht.

Es gilt die Datenschutzerklärung (https://www.eubucoverlag.de/datenschutz/) der EuBuCo Verlag GmbH, die auch weitere Informationen über Möglichkeiten zur Berichtigung, Löschung und Sperrung Ihrer Daten beinhaltet.

Folgen Sie uns auf