Technologie und Medienrealisation in Film und Video





Frei | PRODUKTIONSBERICHT    Ausgabe 03/13

Das zweite Leben des Nationalsozialismus

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Mit »Frei« drehten Markus Fraunholz und Regisseur Bernd Fischerauer einen Naziretrofilm, der vor dem Hintergrund des faschistischen Fluchthilfenetzes nach Südamerika spielt. Sonja M. Schultz sprach mit dem DoP über den Historiendreh auf Super 35mm/3-perf.

Sie verhalf Josef Mengele zur Flucht, Adolf Eichmann und Klaus Barbie – die so genannte »Rattenlinie«. Auf der nach Kriegsende von einem österreichischen ­Bischof und einem kroatischen Franziskanerpater aufgebauten und von zahlreichen Kirchenvertretern und dem Vatikan unterstützten Route konnten hochrangige NS-Verbrecher nach Lateinamerika oder in den Nahen Osten entkommen, um sich dort erfolgreich neue Existenzen aufzubauen. Das klerikale Netz schleuste die führenden Täter des Holocaust sicher über die Alpen nach Südtirol, von da über Rom nach Genua. Dort legten die Schiffe in die Freiheit ab. Etwa 300 Nazis konnten so einer Strafverfolgung entgehen – eine gewaltige Fluchthilfeaktion, die von ihren Organisatoren als ­»karitative Arbeit« und »wahres Christentum« bezeichnet wurde. Eine solche Flucht über die »Rattenlinie« bildet auch den Hintergrund des von der Tellux Film München für den Bayerischen Rundfunk produzierten Fernsehfilms »Frei«, dessen Ausstrahlung 2013 in BR-alpha geplant ist. Im Mittelpunkt steht allerdings weniger die unheilige Rolle der Kirche bei ihrem Engagement für verfolgte Faschisten, sondern die fiktive Liebe zwischen einem SS-Obersturmbannführer und einer jüdischen Überlebenden des KZ-Systems.

Eine Liebesgeschichte zwischen Opfer und Täter zu erzählen, ist nicht unproblematisch, und es wird sich zeigen, wie dieser Plot funktioniert. Ken Duken, der bereits in »Inglourious Basterds« (2009) einen deutschen Soldaten und in »Max Manus« (2008) einen SS-Hauptsturmführer verkörperte, tritt unter dem Rollennamen Voss an der Seite von Julie Engelbrecht als Holocaust-Überlebende Eva auf. Dritte Hauptdarstellerin ist die sechsjährige Gwendolyn Göbel als Emma, Tochter von SS-Mann Voss, die sich schnell mit Eva anfreundet und die Fremde als Ersatzmutter wählt. »Wegen des Kindes hatten wir eigentlich ein Drehverhältnis von 1:10 kalkuliert«, berichtet Markus Fraunholz (bvk). »Aber dann brauchte Gwendolyn fast immer nur einen Take. Das war sehr überraschend. Am Schluss hatten wir ein Gesamt-Drehverhältnis von 1:6, was wirklich einen sehr konzentrierten Umgang mit dem Filmmaterial bedeutet.«


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Ausgabe
August / September 2019

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