Technologie und Medienrealisation in Film und Video
Cannes 2013 | Festivalbericht    Ausgabe 08-09/13

Kultur ist keine Ware

- Anzeige -

Zu Beginn der 66. Filmfestspiele wurde der 1964 preisgekrönte Film »Die Regenschirme von Cherbourg« in der Reihe Cannes Classics in digital restaurierter Version gezeigt. Das Thema Wetter bestimmte auch den Filmmarkt. 2013 waren die Geschäfte launisch wie dasselbe: stark an einem Tag, am anderen Tag schwach. Prof. Arnold Vahrenwald war wieder an der Croisette.

Vielleicht litt der Markt in Pre-Sales daran, dass in diesem Jahr keine spektakulären Projekte angeboten wurden. Peter Trin h von ICM Partners witzelte: »Diese Woche haben wir einen neuen Filmfonds aufgelegt. ­Einer meiner Partner gründete ein Regenschirm-Kartell, und wir finanzieren den Fonds aus den Verkäufen aller Schirme in dieser Woche«.

Schauen wir dorthin, wo die Schirme herkommen und die Wirtschaft blüht. Jerôme Paillard vom Marché du Film stellte das Chinesische Forum für Filmkunst vor. Sechs junge Filmemacher aus China durften an ­einem dreitägigen Kurs teilnehmen, der die Regisseure mit den Erwartungen der internationalen Filmindustrie und der Zuschauer vertraut machen soll. Das Forum hat die Aufgabe, chinesischen Regisseuren den weltweiten Vertrieb ihrer Produkte zu erleichtern, erklärte Paillard. China ist noch immer einer der am kräftigsten wachsenden Filmmärkte – die Box-Office-Einnahmen nahmen im vergangenen Jahr um 32 % zu. Auf den europäischen Märkten ist die Situation anders – besonders dramatisch in Italien, wo die Zahl verkaufter Kinokarten im selben Zeitraum um 18% zurück ging, wie André Lange vom European Audiovisual Observatory berichtete. Europa liebt das Kino, wie ein Slogan der EU Kommission lautet. Aber die Liebe ist nicht gleichmäßig verteilt. Im Jahr 2012 hat sich bereits 38% der gesamten französischen Produktion nach Belgien und Luxembourg verflüchtigt. Das liegt nicht an Gérard Depardieu. Eric Garandeau, Präsident des Centre National du Cinéma et de l'Image Animée (»CNC«), konstatierte für das vergangene Jahr den Verlust von 760 Drehtagen im Hexagon und Nicolas Steil, luxemburgischer Filmproduzent, präzisierte: »Wenn ich Geld investiere, dann möchte ich nicht, dass man mir an die Gurgel geht.«


<< zurück
- Anzeige -

Abonnieren Sie unseren Newsletter.

Mit der Anmeldung nehme ich folgende Informationen zur Kenntnis:

Ihre Angaben werden entsprechend den gesetzlichen Bestimmungen zum Datenschutz verarbeitet, genutzt und insbesondere nicht ohne Ihre Zustimmung an Dritte weitergegeben. Wir erheben, verarbeiten und nutzen die von Ihnen angegebenen personenbezogenen Daten nur zum Zwecke der Zusendung unseres Newsletters. Sie können der Verarbeitung und Nutzung Ihrer E-Mail-Adresse im Newsletter jederzeit widersprechen und sich abmelden. Hierzu klicken Sie bitte in der E-Mail auf den entsprechend gekennzeichneten Link, Ihre Daten werden dann gelöscht.

Es gilt die Datenschutzerklärung (https://www.eubucoverlag.de/datenschutz/) der EuBuCo Verlag GmbH, die auch weitere Informationen über Möglichkeiten zur Berichtigung, Löschung und Sperrung Ihrer Daten beinhaltet.

Folgen Sie uns auf