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DER MEDICUS | PRODUKTIONSBERICHT    Ausgabe 01-02/14

Abenteuer in Persien/Marokko

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Am 25. Dezember bringt die Ufa Cinema mit Universal Pictures International Germany ihr im vorigen Jahr in Deutschland und Marokko gedrehtes Großprojekt »Der Medicus« in die Kinos. Ruodlieb Neubauer hat mit DP Hagen Bogdanski und VFX-Supervisor Denis Behnke über die Produktion dieses Kino-Ereignisses gesprochen.

 

Im Jahr 1021 wird der neunjährige Zimmermannssohn Rob Cole in London Waise. Rob wird von seinen ­Geschwistern getrennt und muss sich allein durchs Leben schlagen. Er begegnet einem fahrenden Bader, der ihn als Lehrling zu sich nimmt. Von ihm erlernt Rob die Grundkenntnisse der Heilkunst, aber auch Zirkuskunststücke wie das Jonglieren. Vom Schicksal mit ­einer besonderen Gabe versehen – er kann den ­nahenden Tod eines Patienten erspüren – wächst in ihm mehr und mehr der Drang, die engen Grenzen seines Wissens zu erweitern. Er macht sich auf die abenteuerliche Reise ins persische Isfahan, um dort unter »dem Arzt aller Ärzte«, Wissenschaftler und Philo­sophen Ibn Sina Medizin zu studieren. Unterwegs begegnet Rob zahllosen Gefahren und Herausforderungen, er muss Opfer erbringen und sich seinen Weg bedingungslos erkämpfen. In Persien dürfte er als ­getaufter Christ nicht studieren, doch auf der langen Reise hat er von jüdischen Kaufleuten nicht nur Persisch, sondern auch die Bräuche und Riten des Judentums gelernt. Ein als Jude getarnter Christ, der in Isfahan Medizin studiert – wäre dies heute möglich, 1000 Jahre kulturelle »Entwicklung« später?

»Der Medicus« ist nicht nur ein exotisches Abenteuer und eine leidenschaftliche Liebesgeschichte, sondern auch ein Plädoyer für das friedliche Zusammenleben der Religionen. Wolf Bauer und Nico Hofmann stehen als Produzenten hinter dem Großprojekt für die UFA Cinema, einer Koproduktion mit der ARD Degeto und Beta Cinema.

Regisseur Philipp Stölzl: »Ich habe den Roman von Noah Gordon gelesen, als er 1986 herauskam und er hat mich damals schon begeistert und bewegt. Er erzählt ja nicht nur ein großes Abenteuer und entfaltet ein faszinierendes Panorama der mittelalterlichen ­Medizin, sondern handelt von großen, essentiellen Themen, von Religion als Geistesgefängnis, vom schwierigen Umgang mit dem Tod, nicht zuletzt vom ›Culture-Clash‹ zwischen Morgen- und Abendland – alles Themen, die uns heute mehr denn je beschäftigen. Und er ist natürlich eine unglaubliche Heldenreise von einem, in dem der Drang nach Erkenntnis so stark brennt, dass er die geographischen und moralischen Grenzen seiner Zeit überschreitet. Es sind diese starken, dramatischen Motive, die den Medicus für mich zu einem großen Kinostoff machen, ganz abgesehen davon, dass ich mich als Regisseur leidenschaftlich für historische Welten begeistere.«

Philipp Stölzl sprach Hagen Bogdanski im Januar 2012 an, die Vorbereitungen begannen im April, und gedreht wurde von Juni bis September. Mit einer Pause von drei Wochen im August, in der die Technik nach Marokko transportiert und weiter vorbereitet wurde. Zum Konzept des Filmes meint DP Hagen Bogdanski: »Natürlich entwickeln sich im Laufe einer so langen Reise die einen oder anderen Dinge, aber prinzipiell wollten wir zwischen England und Persien unterscheiden. Der englische Teil ist dunkel, verhangen und verregnet, von den Farbgebungen her kühler, wenn möglich ohne künstliches Licht. England im Winter, mit viel Schnee, ist eine besondere Herausforderung, wenn man im Hochsommer in Thüringen dreht.« Isfahan hingegen hat einen warmen, farbenprächtigen Look.

Der Dreh für Isfahan in Persien war zweigeteilt und fand einerseits in Marokko, andererseits in den MMC Studios in Köln statt. »Dort hatte Szenenbildner Udo Kramer wunderschöne Bauten erstellt. Da die Handlung sehr oft zwischen innen und außen wechselt, mussten diese zwei Teile immer glaubhaft kombiniert werden können. Dazu kam, dass wir im Studio Monate vor Marokko drehten, ohne genau zu wissen, wie es außen aussehen wird.« In den MMC Studios wurde der Palast des Shahs von Persien innen, sowie die Schule im Haus bzw. im Innenhof nachgebaut. »In Marokko sollte es heiß, hell und optisch leicht sein. Das ist natürlich in Marokko gut machbar, im Studio muss man sehr viel Licht auffahren und sich Gedanken machen, wie dies mit der gleißenden Sonne aussehen könnte.«

Seit dem Erscheinen des Buches hat es bereits ­einige Versuche gegeben, dieses in einen Film umzusetzen. Nachdem Dietrich Grönemeyer die Rechte ­Ende der 90er von Autor Noah Gordon kaufen konnte, hieß es, dass mit Produzent Marco Weber im Sommer 2004 der Dreh eines TV-Zweiteilers unter der Regie von Uli Edel starten würde. Die ­Finanzierung platzte, Bernd Eichinger konnte das Projekt auch nicht retten. 2007 fielen die Rechte an den Autor zurück. Hagen Bogdanski: »Wenn man an ›der Name der Rose‹ oder ›Das Parfum‹ denkt, wäre das ­eigentlich der Eichinger-Film schlechthin gewesen. Für mich ist es schon faszinierend, dass dieser Film mit so großem Budget gestemmt wurde. Da ziehe ich meinen Hut vor Nico Hofmann und Wolf Bauer. Wenn man das Buch kennt, denkt man sowieso, dass es unverfilmbar ist. Das auf einen Spielfilm einzudampfen, ist auch schon vom Dreh­buch her ziemlich schwierig. Wir konnten allerdings dann frisch fröhlich ans Werk gehen.« Mit dem neuen Konzept soll diese Verfilmung dann mit einem Budget von etwa 26 Mio. Euro über die Bühne gegangen sein. 


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