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CHRISTIAN BERGER LICHT DENKEN T5 | WORKSHOP    Ausgabe 01-02/14

Licht-Denken T5

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Kameramann, Regisseur, Produzent und Autor Christian Berger, Em. Univ. Prof. an der Filmakademie Wien, gibt im fünften Teil des Workshops seine Überlegungen zu den Licht-Werkzeugen wieder.

 

Erheben Sie um Gottes Willen keinen Anspruch, bleiben Sie ja schön simpel, streben Sie nur keine »Feinheiten« an und Sie sind sich hoffentlich im Klaren darüber, dass eine zwei Sekunden-Einstellung »episch« ist (Pfui) und vergessen Sie nie, unser Publikum ist blöd und faul. Wenn Sie das nicht berücksichtigen, sind die Quoten futsch.

Manchmal kann man zuschauen wie unser cineastisches Vokabular verkümmert. Meister der Vergangenheit versinken in Vergessenheit. Es wird ja häufig behauptet, dass die Sprache bald von Bildern abgelöst sein wird, sich unser Sprachschatz in einen Bilderschatz verwandelt. Also zumindest das mit dem »-schatz« darf bezweifelt werden. Ich halte es aber auch grundsätzlich für einen Unsinn. Bilder können ­etwas, das die Sprache nicht kann und umgekehrt. ­Bilder gehen zum Hirn, Sprache kommt vom Hirn.

Was allerdings im allgemeinen Umgang stimmt: wie es in der Sprache grunzt und gurgelt, grunzt und gurgelt es inzwischen halt auch in den Bildern. Hat ja eine gewisse Logik. So wie Sprache erst funktioniert und zu Reichtum kommen kann, wenn sie vorher gedacht wird, so verhält sich das meiner Meinung nach auch mit Bildern. Man muss zuerst sehen und kann dann erst abbilden.

Und das geht nicht, indem man mit dem Finger auf ein Bildchen drückt oder wischt. Dabei hätten wir die Werkzeuge für eine Vertiefung unserer Wahrnehmung und Kommunikation in einer Qualität in Händen wie nie zuvor. Aber wie wenden wir sie an…

Wie immer, wenn man »Effizienzsteigerung« durch Vergröberung zu erreichen vermeint, bleibt die Sensibilität, die Fähigkeit zur Differenzierung und zur Artikulation auf der Strecke. Genau das sind aber wesentliche Voraussetzungen für eine humane Zivilisation. Alles andere ist schlicht und einfach Barbarei oder führt dorthin. Das nur als quasi »Vorwort« zum Thema Werkzeuge.


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