Technologie und Medienrealisation in Film und Video
 SONOTON | FIRMENJUBILÄUM    Ausgabe 06/15

Sonoton – die ersten 50 Jahre

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Vor 50 Jahren wurde in München der Verlag Sonoton gegründet. Gerhard Narholz komponierte, seine Frau Rotheide, die in der Tourismusbranche das Geschäftsleben kennen gelernt hatte, kümmerte sich um die wirtschaftlichen Belange. Ruodlieb Neubauer hat mit Gerhard Narholz einen Blick zurück in die Geschichte des weltweit größten Anbieters von Production-Music gemacht.

 

»Wir sind in das Verlagswesen eigentlich learning by doing hineingewachsen«, erzählt Gerhard Narholz. »Wir mussten erst lernen, was die GEMA ist, wie sie funktioniert, wie Verträge aussehen müssen.« Beide waren schon immer sehr offen gegenüber technolo­gischen Neuerungen. So hatten sie bereits in ein Mehrplatz-Computersystem investiert, als man von Personal Computern noch nicht einmal träumte. Steve Jobs war da gerade einmal zehn Jahre alt. Der Rechner kostete so viel wie ein gutes Mittelklasse-Auto. Gebraucht. Der Computer, nicht das Auto. »Das Gerät war eineinhalb Meter hoch und jeden Morgen kniete meine Frau davor nieder, um ihn gnädig zu stimmen, damit er startete. Ich war der Musiker, während sich meine Frau immer um die Administration und die Technik gekümmert hat«, sagt Gerhard Narholz. »Ohne sie gäbe es Sonoton in dieser Form nicht.«

1965 war der Markt für Filmkomponisten auch nicht viel rosiger als heute. Gerhard Narholz hatte ­allerdings bereits während seines Studiums an der Wiener Musikakademie Schlager geschrieben, die von bekannten Interpreten wie Petula Clark, Heidi Brühl oder Bill Ramsey gesungen wurden. In der Folge bekam er auch Aufträge, die Musik für einige der damals beliebten Schlagerfilme zu schreiben. »Ich kaufe mir lieber einen Tirolerhut«, »Übermut im Salzkammergut«, »Die lustigen Weiber von Tirol«, und viele andere. »Fürchterliche, so genannte ›Heimatfilme‹, die ich mit Musik gefüllt habe.« Damals regte man sich durchaus über diese »amoralischen Elaborate« auf, heute kann man ihre Naivität und auch Prüderie kaum fassen. Und doch ist es nicht so, dass sie völlig aus dem heutigen Fernseh-Geschehen verschwunden sind.

Background Music

Gerhard Narholz schrieb dann auch Musik für das Fernsehen, u.a. große Krimi-Serien für das ZDF. »Musik für unzählige Folgen, die ein- oder vielleicht zweimal gesendet wurden. Beim Fernsehen reifte in mir der ­Gedanke, dass man diese viele Arbeit nicht verloren gehen lassen sollte. Man müsste die Musik doch weiter verwenden können.« Das ZDF war noch ganz jung, und auch die ARD hatte kaum Hintergrundmusik. So traf Gerhard Narholz ziemlich schnell Leute, die ihm zeigten, wo es lang geht, und vor allem sagten, was sie benötigten. »Dann habe ich mich eben hingesetzt und das geschrieben, was sie brauchten.«

Z.B. Musik zur Untermalung von Sportsendungen, von Kochkursen am Nachmittag. Funktionelle Musik. Der Bedarf war groß, sodass man bald auch andere Komponisten damit beauftragte, für den Verlag Sonoton zu schreiben, der die Musik dann produzierte.

In den fünfzig Jahren Sonoton hat Gerhard Narholz nicht nur Background-Musik gemacht, sondern u.a. auch unzählige Easy-Listening-Produktionen. ­Unter dem Pseudonym Norman Candler produzierte er mit großem Streichorchester, den »Magic Strings«, über 20 Langspielplatten, die bei Teldec (Telefunken-Decca) und King Records erschienen und weltweit sehr erfolgreich waren. 1971 bekam er sogar den »Three Star Award« der BBC London für die beste LP des Jahres. 


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