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Kostenfalle PKV | RECHT | FILM | FERNSEHEN    Ausgabe 09-10/15

Kostenfalle PKV

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Private Krankenversicherung (PKV) als Kostenfalle für Rentner führt vielfach zur Altersarmut – wie Selbstständige und ehemalige Selbstständige die PKV-Prämien senken oder vermeiden können. Von RA Dr. Johannes Fiala und Diplom-Mathematiker Peter A. Schramm.

 

Wird eine private Krankenversicherung abgeschlossen, oder später rund fünfmal im Leben gewechselt, erhält der Vermittler jedes Mal eine Vergütung in Höhe einer rund achtfachen Monatsprämie – früher konnte es durchaus auch das Doppelte sein, was eine Ver­sicherung für einen neuen Kunden bezahlte. Über die PKV wird landläufig gesagt: »In jungen Jahren günstig – im Alter teuer« – vermeidbar sind überproportionale Beitragserhöhungen im Alter indes kaum, weil sie schon aus den gesetzlichen Kalkulationsvorschriften nahezu zwangsläufig folgen.

Ein Wechsel in die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) würde dann auch den Vorteil mit sich bringen, dass es zum Lebensende für die Vermeidung ­unnötiger oder sinnloser Behandlungen selten einer Patientenverfügung bedarf. Rund 40% der PKV-Ver­sicherten wechseln später wieder in die GKV, meist ­infolge Pflichtversicherung. Nicht immer ist dieser Wechsel unfreiwillig – ebenso wie der Verbleib in der PKV für manchen, dem sich gar keine Rückkehrmöglichkeit in die GKV mehr öffnet.

Prämiensteigerungen

Armut ist keine Schande: PKV-Prämiensteigerung i.H.v. bis zu mehr als 7,5% jährlich. Nicht selten verdoppeln sich die PKV-Prämien alle zehn oder zwölf Jahre, sodass viele Rentner trotz eventueller Zusatzversorgungen bald mehr für die PKV ausgeben, als sie nach Steuern an Renten bekommen.

Dies ist freilich oft mehr ein Problem zu niedriger Renten, als nur eines zu hoher PKV-Beiträge. Betroffen sind auch privat Rentenversicherte, deren Rente heute bis zu weniger als 50% dessen beträgt, was Ihnen bei Versicherungs­abschluss einmal in Aussicht gestellt wurde – nicht ­jeder kann hier seinen Versicherer wegen geschönter Werbung auf Erfüllung in Anspruch nehmen.

Ähnlich geht es manchem Zwangsmitglied einer Versorgungskammer, deren Vermögensmanagement verbunden mit der allzu zögerlichen Korrektur zu hoher Zinshoffnungen und zu kurz veranschlagter Lebens­erwartung lediglich noch einen Bruchteil jener Altersrente erwarten lässt, welche bisher in den jährlichen Mitteilungen in Aussicht gestellt wurde oder noch wird.

Die Option, wie andere das Ernährungsproblem durch Containern zu lösen, kann ein negatives Haushaltsbudget – bei immer höherem Anteil der PKV-­Kosten im Vergleich zur Rente – auf Dauer auch nicht lösen.

Rettung über Tarifwechsel nach § 204 Versicherungsvertragsgesetz (VVG). Wer eine PKV-Vollversicherung besitzt, hat meist größte Mühe, sich einen Überblick zu verschaffen, welche weiteren Tarife des bisherigen Versicherers als Alternative zur Verfügung stehen könnten, und die Leistungen zu vergleichen. Dabei besitzt der Versicherungsnehmer einen Anspruch auf den Tarifwechsel, um die monatlichen Kosten im Einzelfall auf weniger als die Hälfte zu senken – er müsste einfach nur genau den Tarif benennen, in den er gerne will, auf den der Versicherer aber gerne nur gesunde Neukunden hinweist. Die Vor- und Nachteile transparent und verständlich darzustellen interessiert meist kaum einen Vermittler, sodass bereits dies vielfach einer Beratung gegen gesonderte Vergütung bedarf. Was mit den diversen Teilen der Alterungsrückstellung geschieht und welche Wirkung sie nach dem Wechsel haben, erschließt sich ohnehin nur einem Versicherungsmathematiker, der dieses Geheimnis für ­einen Obolos sicher aber auch dem Laien enthüllen wird.


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