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SNOWDANCE 2017 | FESTIVALbericht    Ausgabe 03/17

Indie-Finanzierung

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Mit 7052 Besuchern war auch die vierte Ausgabe des Snowdance Independent Filmfestivals in Landsberg wieder recht erfolgreich. Auf eine Woche ausgedehnt, konnte es seinen familiären Charakter doch wahren. Die Indie-Familie wird eben weltweit immer größer. Ruodlieb Neubauer hat sich wieder einiges angesehen.

© RN

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Wie finanziert man Independent? Die Beantwortung dieser Frage beschäftigt die Teilnehmer der diesjährigen Snowdance-Podiumsdiskussion wahrscheinlich selbst Tag und Nacht: Michael Souvignier, Produzent Zeitsprung Pic­tures aus Köln, Markus Brandmair, Geschäftsführer der ­Cine Dime aus München, Tini Tüllmann, Autorin, Regisseurin und Produzentin bei Film­lawine Filmproduktion Berlin, Ismail Sahin, GF Macchiato Pictures Filmverleih Berlin und nicht zuletzt ­Moderator und Creative Director Festival Tom Bohn, im Hauptberuf Regisseur und Autor (u.a. Tatort), aber auch Indie-Produzent.

Ismail Sahin produziert ebenfalls, hat gerade eine achtteilige Serie geschrieben und kurz vor Snowdance einen Teaser gedreht. Tom Bohn: »Zur Bank gegangen?« Sahin: »Nicht wirklich. Kontakte«. Damit war eigentlich die heute übliche Independent-Finanzierung beschrieben.

Michael Souvignier hat in diesem Jahr, wenn alles gut geht, sieben Filme in Produktion, u.a. »Der Dreigroschenfilm«. Heute produziert er größtenteils im Auftrag der großen Sendeanstalten. Würde er auch ohne Geld von einem TV-Sender einen Film produzieren? Er habe dies bereits öfters gemacht, auch schon das Pech gehabt, keinen TV-Sender zu bekommen. »Wir haben in Deutschland eine eigentümliche Finanzierungspolitik. Früher konnte man hier Kinofilme ohne Sender herstellen. Das ist heute so gut wie ausgeschlossen.« Voriges Jahr dachte er, »Das ­Tagebuch der Anne Frank« relativ einfach ans Fernsehen verkaufen zu können. Nach Absagen von ARD und ZDF ging er dann zu einem Major. »Universal war davon sehr angetan und es wurde eine ganz wunderbare Zusammenarbeit. Aber das ist eher eine Ausnahme, denn es gibt nicht so viele Majors, die in deutsche Filme investieren.« Warner mache deutsche Filme, Constantin sowieso, aber in der Regel werden die 270 in Deutschland pro Jahr produzierten Filme immer mit Fernsehgeldern finanziert. Michael Souvignier hat etwa bis 2010 fünf Filme ohne Beteiligung von Sendern oder Verleihern finanziert – Genre- bzw. Actionfilme – mit Private Equity.


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